15 February 2026, 06:26

"Zugen(d)te" wird zur "Gans am End" – Wiesbadens Karnevalstradition rettet sich mit neuem Namen

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines mit Blumen geschmückten Entenwagens bei einem Umzug, mit Menschen auf der linken Seite, Bäumen und einem klaren Himmel im Hintergrund.

"Zugen(d)te" wird zur "Gans am End" – Wiesbadens Karnevalstradition rettet sich mit neuem Namen

Mainz' berühmte Karnevalsfigur bekommt nach Rechtsstreit einen neuen Namen

Die Schlussfigur des Wiesbadener Karnevalsumzugs, die seit zwei Jahrzehnten als "Zugen(d)te" bekannt war, muss wegen einer Markenrechtsklage des Mainzer Karnevalsvereins umbenannt werden. Die Veranstalter wollen künftig unter dem Namen "Gans am End" ("Gans am Ende") auftreten, um weitere juristische Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Der Wechsel erfolgt nach Beschwerden, wonach der Name ohne Genehmigung genutzt worden sei. Während die Figur selbst bleiben darf, müssen Schriftzug und Branding angepasst werden, um dem Urteil zu entsprechen.

Die "Zugen(d)te" bildete fast 20 Jahre lang den Abschluss des Wiesbadener Schmotzigen-Donnerstag-Umzugs. Im Gegensatz zu den aufwendigen Mainz 05 Karnevalswagen blieb die Wiesbadener Variante schlicht: eine weiß gefiederte Gestalt in Warnweste, die hinter dem Zug kehrt. Jahrelang blieb sie unbeanstandet – obwohl der Name ausschließlich für Mainz markenrechtlich geschützt war.

Der Streit eskalierte, als der Mainzer Karnevalsverein darauf hinwies, dass nur ihr Umzug den Begriff "Zugen(d)te" führen dürfe. Die Wiesbadener Organisatoren um Guntram Eisenmann vom Verein Dacho willigten ein, die Beschriftung zu entfernen. Die Figur selbst bleibt jedoch erhalten, da ihr Design nicht direkt die gelbe "Zugente" aus Mainz kopiert.

Ab dem nächsten Jahr wird der Wagen offiziell "Gans am End" heißen – ein Name, der ihr gänseähnliches Aussehen aufgreift, wie Eisenmann einräumte, auch wenn die Figur nie wirklich einer Ente geglichen habe. Die Umbenennung sichert die Tradition, ohne den Markenkonflikt weiter anzuheizen.

Während die Mainz 05 Karnevalswagen über die Jahrzehnte immer prunkvoller wurden – etwa mit riesigen, satirischen Konstruktionen wie dem 50 Meter langen "Mainz bleibt Mainz" im Jahr 2000 –, blieben die Wiesbadener Beiträge bescheiden. Die "Zugen(d)te" diente schlicht als unkomplizierter Umzugsabschluss, nicht als kulturelles Highlight.

Die Umbenennung löst das Markenproblem, ohne die Funktion der Figur im Zug zu beeinträchtigen. Die "Gans am End" wird auch künftig den Wiesbadener Schmotzigen Donnerstag beschließen – nur unter neuem Namen. Die Organisatoren bestätigten, dass die Änderungen rechtzeitig zum nächsten Fest umgesetzt werden.