Warum wir heute von Meinungen überflutet werden – und wie wir uns retten können
Laila SchomberWarum wir heute von Meinungen überflutet werden – und wie wir uns retten können
Meinungen sind heute allgegenwärtig – in Talkshows, in Online-Foren, überall. Die Autorin oder der Autor reflektiert darüber, wie selten es geworden ist, Gedanken einfach für sich zu behalten. Sie oder er malt sich eine Welt aus, in der selbst die Natur – Kakteen, Mücken, Sonnenblumen – ständig über das Tun der Menschen urteilt.
Eine Woche lang, so beschreibt es der Text, prasseln ungebetene Standpunkte auf einen ein: zum Nahostkonflikt, zu Windrädern oder gar zum Wahlrecht für Katzen. Selbst harmlosere Debatten – etwa über Ananas auf Pizza oder vegane Torwarthandschuhe – scheinen unausweichlich. Während manche die Natur gerade wegen ihrer Stille aufsuchen, sortiert in dieser Vorstellung selbst das Mittelmeer Schwimmer nach ihrem Verhalten.
Um damit klarzukommen, schlägt die Autorin oder der Autor scherzhaft eine Regel vor: nicht mehr als drei Meinungen pro Person und Tag. Zugleich gesteht sie oder er Skepsis gegenüber Trends wie achtsamem Atmen – trotz dessen Beliebtheit. Die Welt, so die Beobachtung, wird niemals den Stoff ausgehen, über den man streiten kann.
Am Ende bleibt der Eindruck, dass Meinungen heute von allen Seiten kommen – selbst aus der Fantasie. Der Text hinterlässt beim Leser das Gefühl, dass in dieser Landschaft Zurückhaltung vielleicht die einzige Erlösung ist. Der Strom an Urteilen, ob real oder eingebildet, zeigt keine Anzeichen von Erschöpfung.
