Thyssenkrupp setzt auf Ökostrom: Vier neue Langzeitverträge für 230 GWh grüne Energie
Mark BolnbachThyssenkrupp setzt auf Ökostrom: Vier neue Langzeitverträge für 230 GWh grüne Energie
Thyssenkrupp schließt vier neue Langzeitverträge für Ökostrom ab. Thyssenkrupp hat vier neue langfristige Lieferverträge für CO2-freien Strom aus erneuerbaren Energien unterzeichnet. Die Abkommen mit Quadra Energy, Statkraft, Centrica Energy und Sunnic Lighthouse sehen die jährliche Lieferung von rund 230 Gigawattstunden (GWh) sauberer Energie vor – genug, um den Jahresbedarf von etwa 70.000 Haushalten zu decken.
Der Schritt ist Teil der umfassenden Bemühungen des Konzerns, seine Emissionen zu senken und die Produktion auf nachhaltige Energien umzustellen. Die neuen Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) werden drei Thyssenkrupp-Tochtergesellschaften dabei helfen, ihren CO₂-Fußabdruck zu verringern: Thyssenkrupp Rasselstein, thyssenkrupp Precision Steel und thyssenkrupp Electrical Steel werden künftig mindestens 30 Prozent ihres Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen beziehen. Durch diese Verträge können jährlich über 70.000 Tonnen CO₂ eingespart werden – allein Rasselstein mehr als 50.000 Tonnen pro Jahr.
Am Standort Hohenlimburg setzt thyssenkrupp Precision Steel auf eine direkte Stromversorgung: Ein nahegelegenes Windkraftwerk speist den Ökostrom über ein drei Kilometer langes Kabel direkt ins Werk ein und sichert so eine kontinuierliche Versorgung mit grüner Energie.
Die Umstellung auf erneuerbare Energien entspricht der langfristigen Strategie des Unternehmens. Thyssenkrupp Steel rechnet mit einem deutlichen Anstieg des Strombedarfs, insbesondere durch den geplanten Bau einer wasserstofffähigen Direktreduktionsanlage für die klimaneutrale Stahlproduktion. Auch andere Standorte wie Salzgitter und Stegra stellen auf saubere Energien um: In Salzgitter soll 2027 eine Direktreduktionsanlage in Betrieb gehen, während Stegra in Schweden ein neues, mit Wasserstoff betriebenes Stahlwerk errichtet. Selbst in der Logistik testet thyssenkrupp Materials Services in Kalifornien vollelektrische Tesla-Fahrzeuge, um Emissionen zu reduzieren.
Die vier neuen PPAs markieren einen wichtigen Meilenstein in Thyssenkrupps Nachhaltigkeitsbestrebungen. Durch die jährliche Sicherung von 230 GWh Ökostrom verringert das Unternehmen seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und senkt seine Emissionen. Die Verträge unterstützen zudem das übergeordnete Ziel, die Stahlproduktion durch Wasserstoff- und Grünenergie-Lösungen zu dekarbonisieren.