Thyssenkrupp-Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau und Dividendenpläne vor Hauptversammlung
Mark BolnbachThyssenkrupp-Mitarbeiter fordern Dividendenverzicht - Thyssenkrupp-Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau und Dividendenpläne vor Hauptversammlung
Arbeiter von Thyssenkrupp und dem Stahlhersteller HKM protestieren vor der Hauptversammlung
Vor der diesjährigen Hauptversammlung von Thyssenkrupp haben Mitarbeiter des Konzerns und des Stahlproduzenten HKM Demonstrationen veranstaltet. Die Belegschaft fordert faire Behandlung angesichts drohender Stellenstreichungen, während Gewerkschaften dem Unternehmen vorwerfen, Gewinne über die Belange der Beschäftigten zu stellen. Die Proteste finden im Rahmen der Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag statt – ein soziales Manteltarifabkommen, das entlassene Mitarbeiter schützen soll.
Seit Monaten setzt sich die IG Metall für einen solchen Sozialtarifvertrag mit HKM am Standort Duisburg-Hüttenheim ein. Die geplante Vereinbarung soll Abfindungsregelungen und Unterstützung bei der Rückkehr auf den Arbeitsmarkt für von Entlassungen betroffene Mitarbeiter festlegen. Im Mittelpunkt der Gespräche steht eine sozialverträgliche Gestaltung des Übergangs, insbesondere für den Fall einer Werksschließung oder eines Personalabbaus.
Auf der Hauptversammlung forderten Thyssenkrupp-Mitarbeiter die Aktionäre auf, eine geplante Dividendenausschüttung in Höhe von 93 Millionen Euro abzulehnen. Die Demonstranten wandten sich gegen die vorgesehenen 15 Cent pro Thyssenkrupp Aktie und argumentierten, das Geld solle stattdessen in den Erhalt von Arbeitsplätzen fließen. HKM-Beschäftigte schlossen sich den Protesten an und unterstrichen damit die Forderung nach einem fairen Tarifabkommen.
Die IG Metall kritisierte die Unternehmensführung von Thyssenkrupp scharf: Diese setze Aktionärsinteressen über das Wohl der Belegschaft. Die Gewerkschaft besteht darauf, dass jede Umstrukturierung starke Schutzmechanismen für betroffene Mitarbeiter beinhalten muss.
Die Proteste spiegeln die wachsenden Spannungen zwischen Belegschaft und Management in Fragen der Jobsecurity und finanzieller Entscheidungen wider. Die Verhandlungen über den Sozialtarifvertrag laufen noch, wobei die Beschäftigten auf verbindliche Zusagen vor Werksschließungen oder Entlassungen drängen. Das Ergebnis wird zeigen, wie Thyssenkrupp Kostensenkungen mit seiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern in Einklang bringt.