Thyssenkrupp erwartet hohen Nettoverlust – doch die Aktie bleibt stabil
Kirsten HentschelThyssenkrupp erwartet hohen Nettoverlust – doch die Aktie bleibt stabil
Thyssenkrupp rechnet mit hohem Nettoverlust für das Geschäftsjahr 2025/2026 und macht vor allem die Umstrukturierungskosten in der angeschlagenen Stahlsparte dafür verantwortlich. Dennoch hält sich der Thyssenkrupp Aktie Kurs des Konzerns stabil, während die Tochtergesellschaft TKMS Aktie seit ihrem Börsengang im Herbst 2025 weiterhin stark performt. Kürzlich genehmigten die Aktionäre eine Dividendenausschüttung – eine Entscheidung, die bei Mitarbeitern und Gewerkschaften auf scharfe Kritik stieß und zu Protesten führte.
Der Industriekonzern erwartet nun für das laufende Geschäftsjahr einen Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro. Der Großteil dieses Fehlbetrags geht auf Rückstellungen für die Restrukturierung des Stahlgeschäfts zurück, das weiterhin eine große Herausforderung bleibt. Geplant ist eine Reduzierung der Produktionskapazität auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen ausgelieferten Stahl.
Unterdessen laufen die Verhandlungen mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe noch. Das Unternehmen bekräftigte zudem seine langfristige Strategie im Rahmen des Modells "ACES 2030" und verwies auf den erfolgreichen Börsengang der Marinesparte TKMS Aktie als Beleg für Fortschritte. Seit ihrem Marktdebüt im Herbst 2025 haben die TKMS-Aktien fast 20 Prozent über dem Ausgabepreis zugelegt und wurden kürzlich in den MDAX aufgenommen – allein in einer Handelssitzung verzeichneten sie ein Plus von 3,47 Prozent. Die gesamte Marktkapitalisierung von Thyssenkrupp beläuft sich derzeit auf 5,68 Milliarden Euro.
Auf der Hauptversammlung billigten die Aktionäre eine Dividende von 0,15 Euro pro Aktie, was einem Gesamtvolumen von rund 93 Millionen Euro entspricht. Die Entscheidung löste bei mehreren hundert Beschäftigten Empörung aus, die vor der Veranstaltung demonstrierten. Die IG Metall kritisierte die Ausschüttung als ein "katastrophales Signal", das das Kerngeschäft des Konzerns schwäche. Trotz der Kontroverse schloss die Thyssenkrupp Aktie am Freitag bei 11,29 Euro – ein Anstieg von 21,74 Prozent innerhalb eines Monats. Zudem meldete der Konzern einen Rekordauftragsbestand von 18,2 Milliarden Euro.
Der Quartalsbericht für das erste Quartal 2025/2026 soll am 12. Februar 2026 veröffentlicht werden.
Thyssenkrupp steht ein schwieriges Jahr bevor, geprägt von hohen Verlusten durch die Umstrukturierung der Stahlsparte. Dennoch zeigt sich der Thyssenkrupp Aktie Kurs widerstandsfähig, gestützt durch eine starke Nachfrage und die positive Entwicklung der Tochter TKMS Aktie. Der nächste Finanzupdate im Februar wird weitere Einblicke in die Fortschritte und Herausforderungen des Konzerns liefern.