Solingens Kerstinghaus: Bürger fordern echte Mitsprache statt politischer Alleingänge
Laila SchomberSolingens Kerstinghaus: Bürger fordern echte Mitsprache statt politischer Alleingänge
Die Zukunft des Kerstinghauses in Solingen bleibt ungewiss, doch die Forderungen nach einer stärkeren Gender-Beteiligung werden immer lauter. Das seit Sommer 2025 leerstehende Gebäude prägt mit seiner prominenten Lage am Graf-Wilhelm-Platz das Stadtbild und gilt als zentraler Baustein für die Entwicklung der Innenstadt. Nun setzt sich die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) dafür ein, dass Anwohner:innen, Unternehmen und lokale Initiativen die weitere Nutzung mitgestalten.
Die BfS betont, dass Entscheidungen über das Kerstinghaus nicht allein Politik und Verwaltung überlassen werden dürften. Stattdessen fordert sie einen breiten und transparenten Prozess, in dem alle – von Jugendlichen bis zu Ladenbesitzer:innen – ihre Vorstellungen einbringen können. Denkbar wären etwa Workshops, digitale Beteiligungsformate oder ein Ideenlabor speziell für die Zukunft des Hauses.
Die Initiative warnt davor, Gender-Beteiligung als bloße Pflichtübung abzutun. Echte Mitsprache, so ihr Argument, führe zu größerer Akzeptanz und helfe, teure Fehlplanungen zu vermeiden. Zwar wird etwa ein Jugendcafé diskutiert, doch die BfS pocht darauf, dass zunächst alle Optionen offenbleiben müssen – bis ein tragfähiges Konzept entsteht.
Die Kommunalpolitik wird aufgefordert, gemeinsam mit den Bürger:innen ein Nutzungskonzept zu entwickeln, das der Innenstadt langfristig zugutekommt. Ziel ist es, das Kerstinghaus zu einem Ort zu machen, der den Bedürfnissen der Stadtgesellschaft entspricht – statt eine Lösung von oben zu verordnen.
Die Debatte um das Kerstinghaus zeigt, wie wichtig partizipative Ansätze in der Stadtentwicklung sind. Wenn der Prozess offen und inklusiv bleibt, könnte das finale Konzept auf breitere Zustimmung stoßen und nachhaltig wirken. Die nächsten Schritte hängen nun davon ab, wie ernsthaft Solingen seine Bürger:innen in die Entscheidungsfindung einbindet.