Solingen kämpft gegen Obdachlosigkeit: Bezirksbürgermeister fordert gemeinsame Lösungen
Kirsten HentschelSolingen kämpft gegen Obdachlosigkeit: Bezirksbürgermeister fordert gemeinsame Lösungen
Solingens Bezirksbürgermeister Marc Westkämper ruft zu gemeinsamem Handeln gegen Obdachlosigkeit auf
Angesichts sinkender Wintertemperaturen hat Solingens Bezirksbürgermeister Marc Westkämper zu geschlossener Aktion aufgerufen, um obdachlosen Menschen in der Stadt zu helfen. Besonders besorgniserregend ist die Situation unter der Unterführung in Ohligs, wo Menschen im Freien schlafen. Westkämper betont, dass alle politischen Kräfte jetzt zusammenarbeiten müssen, um Lösungen zu finden, bevor sich die Lage weiter verschärft.
Das Thema steht auf der Tagesordnung der nächsten Bezirksvertretungssitzung am 23. Februar, bei der Pläne zur Verbesserung der Hilfsangebote für Obdachlose im Mittelpunkt stehen. Bereits am 19. Februar veranstaltet die CDU einen runden Tisch, um verschiedene Akteure für konstruktive Gespräche zusammenzubringen.
Westkämper hat klar gemacht, dass es Priorität habe, Obdachlose vor eisigen Temperaturen zu schützen. Es sei die Pflicht der Bezirksvertretung zu handeln, warnte er – andernfalls drohten schwere Erkrankungen oder sogar Todesfälle durch Kälte. Zwar gibt es keine offiziellen Zahlen dazu, wie viele Menschen derzeit unter der Brücke leben, doch sowohl lokale CDU-Vertreter als auch die benachbarte Caritas-Einrichtung zeigen sich besorgt über die Situation.
Der Bezirksbürgermeister wies Vorwürfe zurück, sein Engagement für einen CDU-Antrag zur Obdachlosigkeit hänge von der Unterstützung der AfD ab. Stattdessen betonte er die Notwendigkeit, dass demokratische Parteien zusammenarbeiten, um politische Gräben zu überwinden. Westkämper erklärte, die Hilfe für Bedürftige und die Berücksichtigung von Sorgen aus der Bevölkerung und von Pendlerinnen und Pendlern seien keine Gegensätze, sondern müssten Hand in Hand gehen.
Eine CDU-Anfrage zur Verbesserung der Obdachlosenhilfe wird im nächsten Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Bürgerbeteiligung beraten. Westkämper signalisierte Bereitschaft, mit allen Fraktionen im Rat zusammenzuarbeiten, um die Maßnahmen zu stärken. Gleichzeitig warnte er, dass ein Scheitern der Zusammenarbeit extremistischen Gruppen in die Hände spielen könnte, die das Thema für ihre Zwecke instrumentalisieren könnten.
Die anstehende Bezirksvertretungssitzung für Ohligs, Aufderhöhe und Merscheid wird sich damit befassen, wie Obdachlosenhilfe und die Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner in Einklang gebracht werden können. Westkämper appellierte an alle Beteiligten, Differenzen beiseitezulegen und sich auf praktikable, langfristige Lösungen zu konzentrieren.
Der runde Tisch am 19. Februar und die Ratssitzung am 23. Februar werden die nächsten Schritte im Kampf gegen Obdachlosigkeit in Solingen bestimmen. Westkämpers Initiative für einen Dialog zielt darauf ab, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, die Leid in den Wintermonaten verhindert. Ob dies gelingt, hängt davon ab, ob sich die Fraktionen auf konkrete Maßnahmen einigen können – sowohl zur Unterstützung der Menschen auf der Straße als auch zur Entlastung der örtlichen Gemeinschaft.