Solingen führt neues Mittagsbetreuungsmodell für Grundschulen ein
Laila SchomberSolingen führt neues Mittagsbetreuungsmodell für Grundschulen ein
Solingen reformiert sein Betreuungssystem für Grundschulen in der Mittagszeit – die Änderungen treten am 1. August 2026 in Kraft. Die Neuerung führt ein flexibleres und kostengünstigeres Modell ein, das Familien entlastet und zusätzliche Betreuungsplätze schafft. Alle bestehenden Angebote werden in eine einheitliche Struktur überführt.
Das überarbeitete System ersetzt die bisherigen Programme durch ein standardisiertes Modell, das eine Betreuung bis 14 Uhr an jedem Schultag garantiert – inklusive der Ferienzeiten. Diese Anpassung folgt den Vorgaben der Landesregierung, die für die außerschulische Betreuung außerhalb des gebundenen Ganztags elternfinanzierte Beiträge vorsieht. Die Gebühren staffeln sich künftig nach dem Familieneinkommen und decken die Kosten teilweise ab.
An drei Schulen wird vorab die neue Option "UMI Flex" erprobt, die eine Regelbetreuung bis 14 Uhr sowie eine verlängerte Betreuung bis 15 Uhr an zwei Nachmittagen nach Wahl der Eltern bietet. Der Erfolg des Pilotprojekts wird ausgewertet, bevor eine flächendeckende Einführung erfolgt. Welche Schulen daran teilnehmen, steht noch nicht fest.
Die Reform sieht zudem vor, rund 1.000 Kinder aus den gebundenen Ganztagsangeboten in die neuen UMI-Gruppen umzuverteilen. Dadurch sollen Kapazitäten in der intensiveren Offenen Ganztagsschule (OGS) für Familien freigemacht werden, die längere Betreuungszeiten benötigen. Preislich wird UMI künftig 65 Prozent der OGS-Gebühr kosten, UMI Flex 70 Prozent.
Aktuell bieten 22 der Solinger Grundschulen eine Form der Mittagsbetreuung an. Bis August 2026 soll sich dies auf 43 standardisierte UMI-Gruppen in der gesamten Stadt ausweiten. Die Änderungen spiegeln einen generellen Trend zu modularen Betreuungsmodellen wider, die unterschiedlichen Familienbedürfnissen gerecht werden und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern.
Mit der Umstrukturierung wird bis zum Schuljahr 2026/27 an allen teilnehmenden Schulen eine einheitliche Mittagsbetreuung eingeführt. Für Familien fallen dabei geringere Kosten an als im OGS-System, da die Gebühren einkommensabhängig gestaffelt werden. Die Stadt erwartet, dass die Reform die Betreuungsverfügbarkeit erhöht und gleichzeitig die landesweiten Förderrichtlinien erfüllt.