21 March 2026, 20:12

Schulbarometer 2025/26 entfacht Streit über Bildungsreformen in NRW

Ein vergilbtes historisches Dokument aus dem Jahr 1797 mit einer detaillierten Zeichnung eines weißen Hauses mit rotem Dach, unterzeichnet von der Schleswig-Holstein-Schule Delmar in Deutschland, mit handgeschriebenem Text, der wahrscheinlich die Geschichte der Schule beschreibt.

Schulbarometer 2025/26 entfacht Streit über Bildungsreformen in NRW

In Nordrhein-Westfalen ist nach Veröffentlichung des Deutschen Schulbarometers 2025/26 eine hitzige Debatte über die Schulreform entbrannt. Der Bericht zeigt eine zunehmende psychische Belastung bei Schülerinnen und Schülern – besonders bei denen aus benachteiligten Verhältnissen. Kritiker werfen dem Philologenverband (PhV) nun vor, strukturelle Probleme zu ignorieren und veraltete Bildungsmodelle zu verteidigen.

Der Landeselternverband für Integrative Schulen (LEiS-NRW) steht an der Spitze der Gegenwehr: Die PhV-Position vertiefe soziale Ungleichheit, da sie einseitig auf das traditionelle Gymnasium setze.

Das von der Robert Bosch Stiftung veröffentlichte Deutsche Schulbarometer offenbart besorgniserregende Trends beim Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern. Fast die Hälfte klagt über hohen Leistungsdruck, viele lernen sogar am Wochenende. Rund 30 Prozent erleben mindestens monatlich Mobbing oder Cybermobbing. Auch die soziale Schere geht weiter auseinander: 31 Prozent der Kinder aus einkommensschwachen Familien zeigen psychische Auffälligkeiten – im Vergleich zu 25 Prozent insgesamt. Der Bericht verzeichnet einen Anstieg der Belastung von 21 Prozent (2024) auf 25 Prozent (2025/26).

Ein zentrales Ergebnis ist die Diskrepanz zwischen Schüler- und Lehrerwahrnehmung: Während 55 Prozent der Lehrkräfte die Mitsprache der Schüler als ausreichend bewerten, fühlen sich diese oft übergangen. Das Barometer empfiehlt unterstützende Lehrmethoden und ein positives Klassenklima, um Stress abzubauen – und rät, den Fokus von externen Sorgen wie Krieg oder Klimakrise auf schulische Lösungen zu lenken.

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Der LEiS-NRW wirft dem PhV vor, die Befunde falsch zu deuten. Statt strukturelle Reformen anzugehen, um Ungleichheiten abzubauen, halte der Verband an überholten Modellen fest. Als Gegenentwurf verweist der Elternverband auf integrative Schulsysteme, in denen längeres gemeinsames Lernen und individuelle Förderung zu mehr Chancengerechtigkeit führten. Die PhV-Position sei zu eng, übersehe bildungspolitische Zusammenhänge und zementiere durch die Fixierung auf das Gymnasium sogar soziale Ungleichheit.

Im Kern geht es um die Frage, wie Schulen auf wachsende psychische Belastungen und soziale Spaltungen reagieren sollen. Die Daten des Barometers deuten darauf hin, dass strukturelle Änderungen – etwa mehr Partizipation und weniger Druck – das Wohlbefinden verbessern könnten. Während der LEiS-NRW weiter für integrative Modelle wirbt, gerät der PhV zunehmend unter Druck, seine Reformhaltung zu überdenken.

Quelle