Rheinland-Pfalz startet MINT-Offensive: Wie Schulen Mädchen für Technik begeistern wollen
Linus JesselRheinland-Pfalz startet MINT-Offensive: Wie Schulen Mädchen für Technik begeistern wollen
Deutschland startet neue Programme, um das Interesse von Schülerinnen und Schülern an MINT-Fächern zu fördern. Die Initiativen sollen dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenwirken – insbesondere bei Frauen in technischen Berufen. Ab September 2025 führen Schulen in Rheinland-Pfalz gezielte Projekte ein, um Jungen und Mädchen bereits im frühen Alter für Naturwissenschaften, Technik und Ingenieurwesen zu begeistern.
Ab dem 23. September 2025 bietet das Programm Girls for Robotics praxisnahe Robotik-Kurse für Mädchen der Klassenstufen 7 bis 10 an. Ziel ist es, ihr Interesse an technischen Fächern in einer Phase aufrechtzuerhalten, in der viele den Anschluss verlieren. Bereits am 12. September desselben Monats veranstaltet die RPTU Kaiserslautern Girls' Days mit Workshops zu Forschung und Technik für junge Frauen.
Am 19. September 2025 werden sieben Schulen in Rheinland-Pfalz als ICDL-Zentren ausgezeichnet – in Anerkennung ihrer Arbeit zur Förderung digitaler Kompetenzen. Parallel dazu läuft bis zum 16. Januar 2026 die Bewerbungsphase für die Initiative Technik Scouts, die sich an technikbegeisterte Schülerinnen und Schüler richtet. Auch BASF engagiert sich durch Partnerschaften mit Schulen für die MINT-Bildung. Fachleute betonen, dass eine frühe Auseinandersetzung mit MINT-Themen – idealerweise bereits im Kindergarten – die natürliche Neugier von Kindern für Naturwissenschaften und Technik erhält. Doch viele verlieren im Laufe der Zeit das Interesse, weil der Praxisbezug im Unterricht fehlt.
Gegensteuern soll ein fächerübergreifender, projektbasierter Unterricht, der die realen Anwendungsmöglichkeiten von MINT-Wissen aufzeigt. Zudem gelten weibliche Vorbilder in diesen Bereichen als entscheidend, um mehr Mädchen für technische Berufe zu begeistern. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich: Deutschland fehlen aktuell 164.000 MINT-Fachkräfte, wobei der größte Mangel in den handwerklichen Berufen besteht (89.600 fehlende Arbeitskräfte). Frauen stellen lediglich 16,4 Prozent der MINT-Beschäftigten – ein klares Zeichen dafür, wie wichtig es ist, Klischees abzubauen und frühzeitig klare Berufsperspektiven aufzuzeigen.
Die neuen Programme zielen darauf ab, sowohl den Fachkräftemangel als auch die Geschlechterungleichheit in MINT-Berufen zu verringern. Durch praxisnahe, motivierende Lernangebote und die Hervorhebung weiblicher Vorbilder hoffen Schulen, mehr Schülerinnen und Schüler – insbesondere Mädchen – für technische Laufbahnen zu begeistern. Erste Erfolge dieser Maßnahmen werden in den kommenden Schuljahren sichtbar werden.