04 February 2026, 20:25

Prostatakrebs: Warum Männer lebensrettende Vorsorge vernachlässigen

Eine Schwarz-Weiß-MRI-Aufnahme des Unterleibs eines Mannes, die sich auf die Prostata konzentriert und detaillierte anatomische Strukturen zeigt.

Wann sollten Sie dringend einen Urologen aufsuchen - Prostatakrebs: Warum Männer lebensrettende Vorsorge vernachlässigen

Prostatakrebs bleibt eine erhebliche Gesundheitsgefahr für Männer in Deutschland

Im Jahr 2023 wurden fast 80.000 Neuerkrankungen an Prostatakrebs diagnostiziert – doch trotz der weiten Verbreitung meiden viele Männer weiterhin regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, was Lücken in der Früherkennung hinterlässt. Experten empfehlen mittlerweile den PSA-Test als zentrales Instrument der Früherkennung, doch die Teilnahmezahlen für das vergangene Jahr sind noch unklar.

Prostatakrebs verursacht im Frühstadium oft keine Symptome, weshalb routinemäßige Screenings entscheidend sind. Männer ab Mitte 40 sollten einen Basis-PSA-Test durchführen lassen, um ihr persönliches Risiko einzuschätzen und künftige Testintervalle festzulegen. Werte unter 1,5 ng/ml erfordern eine Nachuntersuchung nach fünf Jahren, während Ergebnisse zwischen 1,5 und 3 ng/ml alle zwei Jahre kontrolliert werden sollten. Ein starker Anstieg des PSA-Werts kann zudem auf Krebs hindeuten.

Viele Männer scheuen die Vorsorge jedoch aus Unbehagen vor Untersuchungen wie der digitalen rektalen Tastuntersuchung. Laut Deutscher Krebshilfe lassen sich nur etwa 17 Prozent der Männer regelmäßig vom Urologen untersuchen. Daten aus dem Jahr 2019 zeigten, dass lediglich 24,1 Prozent der Männer an Krebsvorsorgeuntersuchungen teilnahmen – deutlich weniger als Frauen. Aktuelle Zahlen zur PSA-Test-Beteiligung aus dem Jahr 2023 liegen jedoch nicht vor, sodass unklar bleibt, wie sich das Screeningverhalten entwickelt hat.

Krebs kann auch in anderen Bereichen der Harnwege auftreten, etwa in der Blase, den Nieren oder den Hoden. Die Früherkennung durch PSA-Tests bleibt dennoch von zentraler Bedeutung, da eine späte Diagnose die Behandlungsmöglichkeiten einschränkt.

Angesichts von fast 80.000 Prostatakrebsfällen im Jahr 2023 könnte eine frühzeitige Vorsorge Leben retten. Dennoch hält die geringe Teilnahme an Check-ups an – nicht zuletzt wegen der Scheu vor unangenehmen Untersuchungen. Die verstärkte Förderung von PSA-Tests zielt darauf ab, die Erkennungsraten zu verbessern, doch aktuelle Statistiken sind nötig, um den Fortschritt zu bewerten.