03 February 2026, 22:54

Olaf Scholz feiert 66. Geburtstag zwischen EU-Gipfel und Karnevalsstimmung

Ein Porträt von Johann Wolfgang von Goethe in einer schwarzen Robe, das auf einem alten Dokument von 1789 mit Text darauf abgebildet ist.

Olaf Scholz feiert 66. Geburtstag zwischen EU-Gipfel und Karnevalsstimmung

Bundeskanzler Olaf Scholz feierte seinen 66. Geburtstag an Weiberfastnacht, einem der Höhepunkte der deutschen Karnevalssaison. Dass der Termin so lag, war kein Zufall – sein Geburtstag fällt auf den 11. November, ein Datum mit tiefer Verwurzelung in der Karnevalstradition, und seine rheinische Großmutter stammte aus Andernach, einer Hochburg des Festtreibens. In diesem Jahr kollidierte der Anlass jedoch mit einem hochrangigen EU-Gipfel in Brüssel, sodass Scholz zwischen Pflicht und Festtagsstimmung lavieren musste.

Die Verbindung des Kanzlers zum Karneval ist eng. Als am 11. November Geborener hat er stets die kulturelle Bedeutung dieses Datums betont, besonders im Rheinland. Seine Wurzeln in der ehemaligen Kölner Kurregion Sauerland – wo sowohl Karneval als auch Schützenfeste blühen – vertiefen diese Bindung. Doch nur selten fiel sein Geburtstag auf ein "rundes" Lebensalter: Im vergangenen Jahrhundert erreichte er lediglich die Altersstufen 22, 33 und 44 Jahre.

Weiberfastnacht selbst blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Im Mittelalter begannen Frauen, sich an diesem Tag vorübergehend aus traditionellen Geschlechterrollen zu lösen, um zu singen, zu tanzen und zu feiern. In den 1950er-Jahren etablierten sich Bräuche wie das Abschneiden der Krawatten der Männer, doch eine Legende führt den Ursprung auf das Jahr 1824 in Bonn-Beuel zurück: Dort sollen überlastete Wäscherinnen die Festlichkeiten ausgelöst haben. Während der NS-Zeit wurde der Karneval 1938/39 kurzzeitig umgestaltet – Frauen mussten fortan in Dreiergruppen als "Jungfrauen" oder andere weibliche Figuren auftreten, was die bis dahin männlich dominierte Tradition durchbrach.

Trotz der historischen Bedeutung des Tages ließ Scholz' Terminkalender wenig Raum für ausgelassene Feiern. Den Vormittag verbrachte er in einer nicht öffentlichen EU-Strategiesitzung nahe Brüssel, die sich mit der europäischen Industrie-Wettbewerbsfähigkeit befasste. Später wollte er mit Teilen des Bundeskabinetts zusammenkommen – in der Hoffnung, etwas karnevalistische Leichtigkeit in die Beratungen zu bringen.

Sein Geburtstag fiel auf einen Tag, der von kultureller Tradition geprägt ist, doch die Pflicht rief. Sein Versuch, Karnevalsstimmung in Regierungsgespräche zu tragen, war ein kleines Zugeständnis an das Fest. Unterdessen wurde Weiberfastnacht in ganz Deutschland begangen – die Bräuche blieben von den Zwängen der Politik unberührt.