NRW und National Express vereinbaren Rettungspaket für den Regionalverkehr bis 2035
Laila SchomberNRW und National Express vereinbaren Rettungspaket für den Regionalverkehr bis 2035
Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen steht vor großen Veränderungen nach neuer Vereinbarung mit National Express
Der Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen (NRW) wird nach einer neuen Vereinbarung mit dem Verkehrsunternehmen National Express grundlegend umgestaltet. Das Abkommen zielt darauf ab, den Betrieb zu stabilisieren, indem Verluste reduziert und die Unterstützung ausgeweitet wird – nach monatelangen Störungen und finanziellen Belastungen.
Die Verkehrsbehörden haben 200 Millionen Euro bereitgestellt, um den Betreiber zu entlasten, und gleichzeitig Vertragsbedingungen angepasst, um den Druck auf defizitäre Strecken zu verringern.
National Express, das in NRW das RRX-Netz betreibt, hatte in den vergangenen Jahren mit wachsenden Problemen zu kämpfen. Steigende Energiekosten, Personalmangel und harter Wettbewerb verschärften die Lage im Regionalverkehr. Im vergangenen Sommer verschärften wilde Streiks das Chaos, doch diese wurden mit der neuen Vereinbarung nun beendet.
Die Einigung sieht vor, die Verträge für zwei verlustreiche Linien, die RE7 und die RB48, um drei Jahre zu verkürzen – sie enden damit 2027 statt 2030. Gleichzeitig werden die lukrativeren RRX-Linien bis 2035 verlängert. Um die finanzielle Belastung weiter zu verringern, entfallen künftig automatische Strafzahlungen bei Verspätungen, die auf Infrastrukturarbeiten zurückgehen.
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Regionalanbieter in NRW in finanzielle Schieflage gerät. Anfang 2022 meldete Abellio Insolvenz an, und im vergangenen Jahr übernahm der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) die angeschlagene Eurobahn, um einen Zusammenbruch des Betriebs zu verhindern. Die neuen Finanzhilfen und angepassten Vertragsbedingungen sollen nun ähnliche Krisen bei National Express verhindern.
Die Vereinbarung sieht vor, dass National Express 200 Millionen Euro zusätzliche Unterstützung erhält, während Strafen für Verspätungen, die außerhalb seines Einflusses liegen, entfallen. Die Verlängerung der Verträge für rentable Linien bei gleichzeitig kürzeren Laufzeiten für defizitäre Strecken soll finanzielle Stabilität mit Zuverlässigkeit im Service in Einklang bringen. Die Änderungen folgen auf eine Phase der Instabilität, die von Streiks, steigenden Kosten und Ausfällen im NRW-Schienennetz geprägt war.