Milliardenprojekt in Lippetal: Blackstone baut eines der größten Rechenzentren Deutschlands
Mark BolnbachMilliardenprojekt in Lippetal: Blackstone baut eines der größten Rechenzentren Deutschlands
In Lippetal, Nordrhein-Westfalen, nimmt ein großes Rechenzentrumsprojekt Gestalt an – angeführt von Blackstone, das eine Investition in Milliardenhöhe tätigt. Der geplante Campus soll sich über 27 Hektar erstrecken und könnte bis 2030 zu einem der größten digitalen Infrastrukturknotenpunkte Deutschlands werden. Lokale Vertreter und Entwickler betonen das Potenzial des Vorhabens, die wirtschaftliche und technologische Landschaft der Region nachhaltig zu prägen.
Den Startschuss gab es im Dezember, als Blackstone und die Industriegebiet Westfalen GmbH das Gelände für das Projekt erwarben. Das Areal umfasst insgesamt 42 Hektar, wobei das Rechenzentrum 27 Hektar davon einnehmen wird. Die Stadt Hamm und die Gemeinde Lippetal halten jeweils die Hälfte der Anteile an der Industriegebiet Westfalen GmbH und sichern so die lokale Mitwirkung am Vorhaben.
Blackstone hat bis zu 4 Milliarden Euro für den Bau zugesagt, während zukünftige Mieter nach Inbetriebnahme weitere 4 bis 8 Milliarden Euro investieren könnten. Die Anlage soll mit Ökostrom betrieben werden, der über die nahegelegene Hochspannungsleitung des Übertragungsnetzbetreibers Amprion bezogen wird. Bei Fertigstellung würde das Rechenzentrum eine IT-Leistung von 200 Megawatt bieten und damit zu den größten seiner Art in Deutschland zählen. Das Projekt steht jedoch noch unter dem Vorbehalt finaler Genehmigungen und einer endgültigen Investitionsentscheidung.
Die öffentliche Planung hat bereits begonnen. Bürgermeister Tobias Nillies (Lippetal) unterstrich die Bedeutung von Bürgerbeteiligung und einer kooperativen Entwicklung. Sein Amtskollege Marc Herter (Hamm) bezeichnete das Projekt als mutigen Schritt in die digitale Zukunft und als Beleg für die Innovationskraft der Region. James Seppala von Blackstone zeigte sich begeistert von der Aussicht, in Deutschland eine hochmoderne Anlage zu errichten. Ein bedingter Kaufvertrag mit dem Betreiber QTS wurde unterzeichnet – ein wichtiger Meilenstein für den Fortschritt des Projekts.
Bei erfolgreicher Umsetzung könnte das Rechenzentrum 2030 seinen Betrieb aufnehmen, vorbehaltlich regulatorischer und finanzieller Freigaben. Seine Fertigstellung würde eine der größten Einzelinvestitionen in der Geschichte Nordrhein-Westfalens markieren. Dank der grünen Energieversorgung und der enormen IT-Kapazität könnte die Anlage die Rolle der Region in der europäischen Digitalwirtschaft deutlich stärken.