Laumann diskutiert mit Noweda über die Zukunft der deutschen Apotheken und Großhandelsherausforderungen
Mark BolnbachLaumann diskutiert mit Noweda über die Zukunft der deutschen Apotheken und Großhandelsherausforderungen
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat kürzlich das Essener Logistikzentrum von Noweda besucht, einem der größten pharmazeutischen Großhandelslager Europas. Im Mittelpunkt des Besuchs standen Gespräche über die Zukunft der Apotheken und die Herausforderungen für Arzneimittelgroßhändler in Deutschland.
Während der Visite begutachtete Laumann gemeinsam mit Nowedas Geschäftsführer Bergmann die Anlage. Das Essener Lager beliefert täglich rund 1.000 Apotheken mit lebenswichtigen Medikamenten. Anschließend informierten Dr. Michael Kuck und Udo Harneit, Leiter Vertrieb, den Minister über zentrale Themen des Pharmagroßhandels.
Im Fokus der Gespräche stand der Entwurf des Apothekenbetriebs- und Versorgungsgesetzes (ApoVWG). Kuck kritisierte den Gesetzentwurf scharf und bezeichnete die geplanten Gebührenanpassungen als unzureichend. Zudem lehnte er das Modell einer "Apotheke ohne Apotheker" ab – eine Idee, die auch Laumann zurückwies. Beide betonten, dass gut ausgestattete und voll besetzte Apotheken Vorrang vor abgespeckten Konzepten haben müssten.
Ein weiteres Thema war die feste Apothekengebühr (Apothekenfixum). Hier waren sich alle Beteiligten einig, dass die aktuellen Verhandlungen zu wenig Planungssicherheit bieten. Laumann schlug vor, im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) ein selbst verhandeltes Versorgungszuschlag zu verankern, der eigenständige Verhandlungen über zusätzliche Vergütungen ermöglichen soll. Zudem wurde die wachsende Rolle der Apotheken bei Impfungen, Diagnostik und der Versorgung mit Hilfsmitteln diskutiert, etwa über Plattformen wie IhreApotheken.de.
Der Austausch unterstrich die anhaltenden Sorgen um die Finanzierung und die künftige Struktur der Apothekenlandschaft in Deutschland. Laumanns Vorschlag, einen Versorgungszuschlag im SGB V zu verankern, zielt darauf ab, Apotheken mehr finanzielle Spielräume zu geben. Unterdessen versorgt Noweda von seinem Essener Standort aus weiterhin ein großes Netzwerk an Apotheken.