Islamischer Religionsunterricht stärkt Schüler – doch nur wenige profitieren davon
Mark BolnbachIslamischer Religionsunterricht stärkt Schüler – doch nur wenige profitieren davon
Islamischer Religionsunterricht (IRU) macht für muslimische Schüler in Deutschland einen Unterschied – doch der Zugang bleibt begrenzt. Ein neuer Bericht unterstreicht die Vorteile des Fachs, darunter gestärktes kritisches Denken und bessere Medienkompetenz, und fordert eine flächendeckendere Einführung an Schulen. Derzeit können nur Bruchteile der berechtigten Schüler teilnehmen, viele bleiben ohne diese Unterstützung.
In Nordrhein-Westfalen erhalten etwa 32.000 Schüler Islamischen Religionsunterricht, obwohl im Land rund 500.000 muslimische Kinder und Jugendliche leben. Das Fach wird an nur 247 der 5.400 Schulen der Region angeboten. Bildungsministerin Dorothee Feller spricht sich für eine Ausweitung aus und verweist auf die positiven Auswirkungen auf die Entwicklung der Schüler.
Bundesweit besuchen im Schuljahr 2024/25 mindestens 81.000 Schüler den IRU, der in elf Bundesländern an öffentlichen Schulen angeboten wird. Doch damit wird nur ein kleiner Teil der geschätzten 580.000 muslimischen Schüler erreicht, die davon profitieren könnten. Rheinland-Pfalz testet eine breitere Einführung: Hier nehmen bereits 2.900 Schüler an 31 Schulen teil.
Der Bericht zeigt, dass eine längere Teilnahme am IRU die religiöse Bildung fördert und starre Glaubensauslegungen verringert. Die Schüler beschreiben den Unterricht als alltagsrelevant, motivierend und bereichernd. Zudem stärkt er demokratische Werte, indem er ein offenes Islamverständnis vermittelt.
Kritisch bleibt die Repräsentativität der muslimischen Verbände, die an der Gestaltung des IRU beteiligt sind. Der Bericht empfiehlt, das Angebot auf alle Schulformen auszuweiten, die Lehrpläne zu modernisieren und die Ausbildung der Lehrkräfte zu verbessern, um diese Lücken zu schließen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Islamische Religionsunterricht eine Schlüsselrolle für die Bildung und Integration muslimischer Schüler spielt. Da die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt, werden die Forderungen nach einer Ausweitung immer lauter. Bei einer Umsetzung könnte ein breiterer Zugang tausenden weiteren Schülern helfen, kritische Fähigkeiten und ein ausgewogenes Verständnis ihres Glaubens zu entwickeln.