Geheime Atomtransportrouten versehentlich im Netz veröffentlicht – Sicherheitsrisiko oder Panne?
Linus JesselGeheime Atomtransportrouten versehentlich im Netz veröffentlicht – Sicherheitsrisiko oder Panne?
Empfindliche Details zu Atomtransportrouten in Deutschland waren diese Woche kurzzeitig öffentlich einsehbar
Die Informationen tauchten im Internet auf, bevor sie wieder gelöscht wurden, und werfen Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen auf. Noch haben die Behörden nicht erklärt, wie es zu dem Fehler kam oder ob zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden.
Am Mittwochabend waren die genauen Strecken für einen anstehenden Castor-Transport auf der Digitalen Plattform für Unbemannte Luftfahrt des Bundesverkehrsministeriums (dipul.de) einsehbar. Die normalerweise geheimen Routen zeigten eine Drohnen-Sperrzone entlang von Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Diese Zone erstreckte sich von Jülich bis Ahaus, wo Brennelemente aus einem stillgelegten Forschungsreaktor in ein Zwischenlager gebracht werden sollen.
Die Angaben blieben bis Donnerstag online, bevor sie entfernt wurden. Eine Anfrage an das Verkehrsministerium blieb unbeantwortet. Die Behörden haben weder erklärt, wie der Fehler zustande kam, noch ob die Sicherheitsvorschriften angepasst werden.
Castor-Transporte gelten als hochriskant und sind häufig Ziel von Protesten oder Terrorbedrohungen. Dennoch gab es bisher keine offiziellen Bestätigungen für zusätzliche Schutzmaßnahmen beim bevorstehenden Transport.
Der Vorfall offenbart ein Versagen im Umgang mit geheimen Transportdaten. Da der nächste Castor-Transport bald ansteht, hat die öffentliche Bekanntgabe der Routen die Aufmerksamkeit auf Sicherheitslücken gelenkt. Bisher wurden keine weiteren Aktualisierungen oder Schutzvorkehrungen bekannt gegeben.






