26 April 2026, 14:20

Evonik-Chef fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels als Wettbewerbsnachteile

Ein Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen bis 2030 um etwa eine Gigatonne."

Evonik-Chef fordert Abschaffung des Emissionshandels - Evonik-Chef fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels als Wettbewerbsnachteile

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat gefordert, das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) abzuschaffen oder grundlegend zu reformieren. Er kritisiert, dass die aktuellen CO₂-Preisregeln die europäische Industrie im globalen Wettbewerb benachteiligten – gegenüber Konkurrenten mit niedrigeren Kosten und stärkerer staatlicher Unterstützung.

Kullmann argumentiert, dass das EU-ETS, das durch die Deckelung und den Handel von Emissionszertifikaten den Ausstoß von Treibhausgasen verringern soll, unter den heutigen globalen Wirtschaftsbedingungen nicht mehr funktioniere. Das System berücksichtige die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht und setze europäische Unternehmen unter Druck, die gegen Konkurrenten mit günstigerer Produktion und staatlicher Förderung kämpfen müssten.

Auch den geplanten CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) der EU wies er als wirkungslos zurück. Er bezeichnete die Maßnahme als "bürokratischen Trick" und behauptete, sie werde weder die Emissionen spürbar reduzieren noch die Wettbewerbsbedingungen verbessern.

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Trotz seiner scharfen Kritik bleibt Evonik unter Kullmanns Führung ein Vorreiter bei der Emissionsreduzierung. Das Unternehmen hat seinen CO₂-Fußabdruck kontinuierlich verringert, ohne dabei seine Position auf dem globalen Chemiemarkt einzubüßen.

Kullmanns Forderungen spiegeln die wachsende Unzufriedenheit europäischer Industrien mit der Klimapolitik wider. Sollte das ETS nicht reformiert oder ersetzt werden, warnt er, würden die Hersteller in der Region weiterhin ungleichen Wettbewerbsbedingungen ausgesetzt sein. Die Debatte über CO₂-Bepreisung und Grenzausgleichsmechanismen wird voraussichtlich an Schärfe gewinnen, da die Wirtschaft zunehmend auf Veränderungen drängt.

Quelle