13 February 2026, 10:33

Evangelische Kirche Solingen plant radikale Standort-Schließungen bis 2035

Eine evangelische Kirche steht mitten auf einer Straße, mit einer Straße unten, Pflanzen und Bäumen im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Evangelische Kirche Solingen plant radikale Standort-Schließungen bis 2035

Der Kirchenkreis Solingen der Evangelischen Kirche hat Pläne zur Umstrukturierung seiner Immobilien vorgestellt – bedingt durch sinkende Mitgliederzahlen und schrumpfende Finanzmittel. Eine von Hartmut Hoferichter geleitete Arbeitsgruppe schlug eine Strategie vor, die bis 2035 die Schließung der Hälfte der aktuellen Standorte vorsieht.

Eine vorläufige Liste teilt die Einrichtungen in drei Kategorien ein: langfristig zu erhaltende Standorte, solche, die einer weiteren Prüfung bedürfen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr tragfähig sind.

Ein siebenköpfiges Team hatte monatelang die zukünftigen Bedürfnisse des Kirchenkreises analysiert. Der Bericht verweist auf finanzielle Engpässe und prognostiziert einen Rückgang der Mittel um 50 Prozent bis Mitte der 2030er-Jahre. Auch die Zahl der Mitglieder und hauptamtlichen Mitarbeiter wird demnach deutlich sinken.

Fünf Einrichtungen erhalten künftig keine Förderung mehr: die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Kirche Widdert, die Evangelische Kirche Ketzberg, das Gemeindezentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche. Weitere fünf Standorte – die Christuskirche, das Gemeindezentrum Rupelrath, die Evangelische Kirche Mangenberg, das Pfarrhaus Corinthstraße und die Stadtkirche Mitte – werden auf mögliche Umnutzungen oder alternative Verwendungen geprüft.

Sieben Gebäude sollen jedoch über 2035 hinaus bestehen bleiben, darunter die Protestantische Stadtkirche Ohligs, die Walder Kirche, die Dorper Kirche, die Evangelische Kirche Gräfrath sowie drei Gemeindezentren: Höhscheid an der Neuehofer Straße, Wittenbergstraße und Schützenstraße/Ritterstraße. Zudem strebt die Kirche an, alle verbleibenden Gebäude bis 2035 klimaneutral zu gestalten – was kostspielige Sanierungen erfordert.

Superintendentin Ilka Werner betonte die Notwendigkeit eines offenen Umgangs während des Umbruchs und dankte der Arbeitsgruppe für ihre Vorarbeit. Eine besondere Synode am 14. März 2026 wird über die Vorschläge beraten; die endgültigen Entscheidungen sollen bis Ende 2027 fallen.

Der Plan des Kirchenkreises sieht vor, das Immobilienportfolio innerhalb des nächsten Jahrzehnts zu halbieren. Die finalen Beschlüsse zu Schließungen, Umnutzungen und Sanierungen werden bis spätestens Ende 2027 erwartet.

Die Veränderungen erfolgen vor dem Hintergrund, dass sich die Evangelische Kirche im Rheinland an sinkende Mitgliederzahlen und knappe Haushalte anpasst – gleichzeitig aber auch Umweltziele für die verbleibenden Gebäude verfolgt.