15 March 2026, 06:13

EU-Verordnung bedroht seltene Pflanzensorten und kleine Saatguthersteller in NRW

Ein Buch mit dem Titel "Archias Saatgut-Jahrbuch 1941" mit einem Cover, das Tomaten, Gurken, Paprika und bunte Gemüse in Gläsern zeigt.

EU-Verordnung bedroht seltene Pflanzensorten und kleine Saatguthersteller in NRW

Saatgutbibliotheken in Köln und Neuss kämpfen für den Erhalt der Pflanzenvielfalt – doch eine geplante EU-Verordnung bedroht kleine Saatguthersteller in ganz Deutschland. Sollte das neue Regelwerk in Kraft treten, könnte es viele Betriebe in die Insolvenz treiben und den Zugang zu seltenen Pflanzensorten weiter einschränken.

Seit Februar 2026 laufen die Verhandlungen über die EU-Saatgutverordnung. Die Europäische Kommission, das Parlament und der Rat der Mitgliedstaaten diskutieren verschärfte Zertifizierungsauflagen und höhere Gebühren für Saatguthersteller. Kleine Unternehmen, die ohnehin schon um ihr Überleben kämpfen, fürchten, dass die zusätzlichen Kosten sie in den Ruin treiben könnten.

In Düsseldorf warnt Michael Bonke, einer der Organisatoren vor Ort, dass die geplante Verordnung Existenzgrundlagen zerstören könnte. Viele kleine Produzenten in der Region sind auf Nischenmärkte angewiesen – die neuen Regeln könnten sie zur Aufgabe zwingen. Ohne diese Züchter und Händler droht Hobbygärtnern der Verlust traditioneller Sorten, während nur noch standardisierte Produkte großer Konzerne übrig blieben.

Das Europäische Parlament setzt sich zwar für Ausnahmen ein, um kleine Hersteller zu schützen. Doch der Rat der Agrarminister bevorzugt einen härteren Kurs mit strengen Kontrollen. Unterdessen befürchtet die Selbstversorgerin Anne Mommertz, dass seltene Sorten für immer verschwinden könnten, falls das Gesetz verabschiedet wird.

Wie Claudia Neufurth von den Saatgutbibliotheken in Neuss berichtet, ist die Nachfrage nach bestimmten Sorten hoch. Doch wenn die Verordnung kommt, könnten viele davon aus den Gärten verschwinden. Der Verlust würde nicht nur die biologische Vielfalt beeinträchtigen, sondern auch lokale Anbautraditionen auslöschen.

Die geplante EU-Regelung könnte den Saatguthandel grundlegend verändern, indem sie den Verkauf traditioneller Sorten erschwert. Ohne kleine Produzenten drohen seltene Pflanzen aus den Gärten zu verschwinden – zurück bleiben nur massenhaft produzierte Alternativen. Das Ergebnis der Verhandlungen wird entscheiden, ob diese Betriebe und ihre einzigartigen Sorten überleben können.

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