28 June 2026, 16:09

EU-Recht auf Reparatur: Warum Verbraucher und Händler skeptisch bleiben

Umfrage des Einzelhandelsforschungsinstituts IFH
				Trieb die 'Recht auf Reparatur' die Preise in die Höhe?

EU-Recht auf Reparatur: Warum Verbraucher und Händler skeptisch bleiben

Seit Juli 2024 gilt eine neue EU-Richtlinie zum „Recht auf Reparatur“. Sie soll die Instandsetzung defekter Elektro- und Haushaltsgeräte erleichtern. Deutschland muss die Regelung bis Juli 2026 in nationales Recht umsetzen.

Die Verordnung verpflichtet Hersteller, auch nach Ablauf der Garantie Reparaturen zu fairen Preisen anzubieten. Damit sollen die Lebensdauer von Produkten verlängert und Abfall reduziert werden. Doch bereits jetzt empfinden 70 Prozent der Verbraucher Reparaturen im Vergleich zum Neukauf als zu teuer. Im Schnitt sind sie nur bereit, bis zu 22 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises für eine Reparatur zu zahlen.

Unternehmen äußern Bedenken hinsichtlich der praktischen Auswirkungen: 62 Prozent der Händler rechnen damit, dass die Preise für Neugeräte steigen werden, um die Reparaturkosten auszugleichen. Gleichzeitig erwarten 68 Prozent höhere Reparaturkosten selbst – bedingt durch teurere Ersatzteile und zusätzliche Personalkosten. Auch die Hersteller teilen diese Sorgen: 63 Prozent gehen davon aus, dass Reparaturen für Kunden teurer werden, etwa durch höhere Personal- und Lagerkosten.

Ein weiteres Problem ist die Kapazität: 74 Prozent der Händler zweifeln daran, die steigende Nachfrage nach Reparaturen mit der aktuellen Belegschaft bewältigen zu können. Nur 37 Prozent der Hersteller glauben, dass die Preise für Neugeräte so stark steigen werden, dass sie die zusätzlichen Reparaturverpflichtungen decken.

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Die Richtlinie könnte Reparaturen zwar zugänglicher machen und die Nachhaltigkeit fördern. Doch steigende Reparatur- und Produktkosten könnten diese Ziele untergraben. Sowohl Händler als auch Hersteller warnen vor finanziellen und betrieblichen Herausforderungen in den kommenden Jahren.

Quelle