12 February 2026, 10:21

Dortmunder Senioren kämpfen gegen Zwangsräumung durch Abrisspläne des Mieterschutzbunds

Ein altes Gebäude umgeben von Schutt aus Holzplanken und Steinen, mit einer Wand im Hintergrund, die den Abriss anzeigt.

Dortmunder Senioren kämpfen gegen Zwangsräumung durch Abrisspläne des Mieterschutzbunds

Ein langjähriger Streit um Abrisse von Wohnhäusern in Dortmund hat ältere Mieter vor der Räumungsklage stehen lassen. Der Mieterschutzbund, sowohl Vermieterin als auch Versicherungsgesellschaft, beharrt darauf, dass die Gebäude wirtschaftlich nicht mehr tragbar seien. Doch während die Proteste anhalten, bleibt die Frage, ob Sanierungen diese Wohnungen hätten retten können.

In den letzten Monaten erhielten 36 Haushalte in fünf Mehrfamilienhäusern identische Kündigungen. Darunter war auch die 90-jährige Lieselotte Hoeber, die ihre Wohnung bis zum 30. April räumen muss. Sie lebt seit Jahrzehnten dort, steht nun aber vor der schwierigen Entscheidung, in eines der sanierten Gebäude des Mieterschutzbundes in der Nähe umzuziehen.

Der Vermieter begründet die Abrisse mit finanziellen Verlusten, doch der Mieterverein widerspricht dieser Darstellung. Ihrer Ansicht nach handele es sich bei den geplanten Sanierungen lediglich um Modernisierungen – Arbeiten, die gesetzlich Mietpreiserhöhungen ermöglichen würden. Die Kontroverse wird dadurch verschärft, dass der Mieterschutzbund nur wenige Straßen weiter bereits zwei weitere Wohnblöcke aufwertet – ein Beweis dafür, dass Erhalt durchaus möglich wäre.

Während einige Mieter in die modernisierten Wohnungen umgezogen sind, gibt es Gerüchte, dass finanzielle Anreize den Umzug erleichtern sollten. Die meisten Politiker und Stadtplaner unterstützen inzwischen die Abrisspläne, sodass den Bewohnern kaum rechtlicher Schutz bleibt. Eine kleine Solidaritätsgruppe protestiert zwar weiterhin vor Ratssitzungen, doch ihre Bemühungen konnten den Prozess bisher nicht aufhalten.

Das Schicksal der fünf Gebäude bleibt ungewiss, ein konkreter Zeitplan für die Abrisse steht noch aus. Lieselotte Hoeber und andere müssen entscheiden, ob sie die Umzugsangebote annehmen oder sich gerichtlich gegen ihre Räumung wehren. Der Konflikt verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen gewinnorientiertem Stadtumbau und den Rechten langjähriger Mieter.