19 March 2026, 12:14

Bundesweiter Apotheken-Streik: Warum tausende am Montag dichtmachen

Plakat, das zeigt, dass Amerikaner 2022 zwei bis drei Mal mehr für dieselben Medikamente gezahlt haben als andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Bundesweiter Apotheken-Streik: Warum tausende am Montag dichtmachen

Tausende Apotheken in ganz Deutschland werden am Montag, dem 27. März, ihre Türen schließen – als Teil eines bundesweiten Protests. Die Inhaber fordern höhere Abgabegebühren, um die Zukunft der lokalen Apotheken zu sichern. Der eintägige Streik ist Ausdruck wachsender Frustration über die finanzielle Belastung, unter der die Branche leidet.

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Stand 23. März hatten sich bereits über 2.000 Apotheken der Aktion angeschlossen – fast doppelt so viele wie noch eine Woche zuvor. Der über die Plattform ApoProtest organisierte Protest zielt auf eine Reform der Gebühren ab, die nach Ansicht der Apotheker längst überfällig ist.

Viele Apothekeninhaber sind sich der unmittelbaren finanziellen Einbußen bewusst. Ein Betreiber in Rheinland-Pfalz bezeichnete den Tag als "400-Euro-Ausgabe für Zugtickets" – für ihn eine Art Teamevent. Andere müssen deutlich höhere Verluste verkraften: Ein Apotheker rechnet mit bis zu 12.000 Euro entgangenem Umsatz an nur einem Tag.

Jörn Graé, Inhaber der Sixtus-Apotheke in Haltern am See, erwartet zwar, dass sich ein Teil der Verkäufe auf die Tage vor und nach der Schließung verlagert. Dennoch fallen Fixkosten von rund 1.800 Euro an – ganz gleich, ob die Apotheke geöffnet hat oder nicht. Trotzdem unterstützt Graé den Protest, denn eine Gebührenerhöhung würde es ihm ermöglichen, in Personal und bessere Patientenbetreuung zu investieren.

Auch Gerrit Nattler von der Elisana-Apotheke in Dorsten gibt zu, dass der Streik kurzfristig belastend sein wird. Doch er betont: "Wenn wir Veränderung wollen, müssen wir handeln." Susanne Bormann, Besitzerin einer Apotheke in Blankenburg, wird am Montag ebenfalls schließen – für sie steht die Solidarität über dem Tagesgeschäft.

Der Protest zeigt eine seltene Geschlossenheit der Branche. Zwar wird der eintägige Streik finanzielle Verluste mit sich bringen, doch die Apotheker hoffen, damit eine Neubewertung der Abgabegebühren zu erzwingen. Das Ergebnis könnte die Zukunft der lokalen Apotheken in ganz Deutschland prägen.

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