06 April 2026, 18:13

Bundeswehr startet neues Grundausbildungsprogramm für mehr Rekruten

Offenes Buch mit handgeschriebenen deutschen Militärtagebucheinträgen aus dem frühen 20. Jahrhundert, enthaltend Text- und numerische Daten.

Bundeswehr startet neues Grundausbildungsprogramm für mehr Rekruten

Deutschland hat ein neues Grundausbildungsprogramm für seine Streitkräfte eingeführt – Teil umfassender Reformen, um die Rekrutierung von Soldatinnen und Soldaten zu stärken. Der sechsmonatige Lehrgang, der am 1. Juli 2025 startete, wird derzeit mit knapp 200 Freiwilligen in der Lützow-Kaserne in Münster erprobt. Verteidigungsminister Boris Pistorius besuchte den Standort am Montag, um sich mit den Truppen auszutauschen und die Neuerungen zu erörtern.

Das überarbeitete Ausbildungssystem der Bundeswehr soll allen Soldatinnen und Soldaten eine standardisierte Grundlagenausbildung bieten, bevor sie sich spezialisieren. Anders als im alten Modell absolvieren die Rekruten den gesamten sechsmonatigen Kurs nun an einem Standort, was den Wechsel zwischen verschiedenen Standorten überflüssig macht. Nach der Ausbildung können sie sich zwischen aktiven Dienstposten in Feldeinsätzen oder Reservistenpositionen im Bereich der inneren Sicherheit entscheiden.

Ebenfalls am Montag beriet der Verteidigungsausschuss des Bundestags über ein geplantes Wehrpflichtmodell. Ab 2026 soll jeder 18-Jährige einen Online-Fragebogen erhalten, um das Interesse an einem Militärdienst zu ermitteln. Thomas Röwekamp, der Vorsitzende des Ausschusses, setzt sich dafür ein, dass dieser Auswahlprozess junge Menschen aktiv in die Landesverteidigung einbindet.

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Die Reformen erfolgen vor dem Hintergrund, dass die Bundeswehr ihre Zahl an aktiven Soldatinnen und Soldaten bis 2035 auf 260.000 erhöhen will. Auch die Reserve soll verdoppelt werden und künftig 200.000 Kräfte umfassen. Pistorius' Besuch in Münster umfasste Gespräche mit Rekruten und Angehörigen des Regimentes Territoriale Aufgaben, um die ersten Umsetzungsschritte des Programms zu begleiten.

Das neue Ausbildungsmodell und die Pläne zur Wehrpflicht markieren einen Wandel in der Rekrutierungsstrategie der Bundeswehr. Mit dezentralen Ausbildungsstandorten und klareren Karrierewegen strebt das Militär eine größere, flexiblere Truppe an. Die erste Gruppe von Rekruten durchläuft bereits das überarbeitete Programm in Münster.

Quelle