Betriebsratswahl bei Deutsche Bahn in Köln: Warum der Streit seit Jahren schwelt
Kirsten HentschelBetriebsratswahl bei Deutsche Bahn in Köln: Warum der Streit seit Jahren schwelt
Langwieriger Streit um Betriebsratswahlen bei Deutsche Bahn in Köln spitzt sich zu
Seit zweieinhalb Jahren kämpfen Beschäftigte am Standort Köln von Deutsche Bahn für eine Interessenvertretung – doch immer wieder stellen rechtliche Hürden sich ihnen in den Weg. Nun fordert die Gewerkschaft Verdi dringende Reformen des deutschen Betriebsverfassungsgesetzes, um zu verhindern, was sie als systematische Behinderung durch die Fluggesellschaft bezeichnet.
Ausgelöst wurde der Konflikt, als Mitarbeiter der Kölner Basis einen Betriebsrat wählen wollten. Deutsche Bahn verweigerte daraufhin die Herausgabe notwendiger Mitarbeiterlisten – eine Entscheidung, die das Arbeitsgericht Köln in einem einstweiligen Beschluss später bestätigte. Dadurch blieb dem Wahlvorstand der Zugang zu zentralen Unterlagen verwehrt, die für die Organisation der Abstimmung unerlässlich sind.
Verdi wirft der Airline vor, mit gezielten Taktiken die Betriebsratswahlen zu blockieren. Laut Gewerkschaft gehe es dabei nicht nur um Köln: Deutsche Bahn habe Mitglieder des Wahlvorstands mit Schadensersatzklagen bedroht, um ähnliche Wahlen an mehreren Ryanair-Standorten zu verhindern. Verdi setzt nun auf die Hauptverhandlung im September, in der Hoffnung auf ein klares Urteil. Gleichzeitig betont die Gewerkschaft, dass der Fall die Notwendigkeit einer Modernisierung der deutschen Arbeitsgesetze unterstreiche, um künftige Konflikte dieser Art zu vermeiden.
Der einstweilige Beschluss erlaubt es Deutsche Bahn vorerst, die Mitarbeiterdaten weiter vorzuenthalten. Erst die September-Verhandlung wird zeigen, ob das Wahlverfahren vorankommt. Ohne eine Lösung droht den Beschäftigten in Köln auf absehbare Zeit eine formale Vertretungslosigkeit.