22 January 2026, 04:38

Bayer-Lobbyist warnt: Europas Wirtschaft droht durch USA-Konflikt und Agrar-Regulierung zu scheitern

Ein Diagramm, das den globalen Handel von Weizen, Grobkörnern und Sojabohnen und Sojabohnenprodukten zeigt, wobei verschiedene Farben für jede Art von Getreide stehen und begleitender Text weitere Informationen bereitstellt.

Topmanager fürchtet wirtschaftlichen Graben zum USA - Bayer-Lobbyist warnt: Europas Wirtschaft droht durch USA-Konflikt und Agrar-Regulierung zu scheitern

Europa drohen ernsthafte wirtschaftliche Risiken, falls die Partnerschaft mit den USA an Kraft verliert. Das warnt Matthias Berninger, der Chef-Lobbyist von Bayer. Er fordert die europäischen Führungskräfte auf, interne Schwächen zu beheben und gleichzeitig zentrale Stärken – insbesondere in der agrartechnologischen Biotechnologie – zu nutzen, um Spannungen mit Washington zu vermeiden und in einem sich wandelnden Klima wettbewerbsfähig zu bleiben.

Berninger hob die Expertise Europas in der Agrartechnik hervor, vor allem bei neuen genomischen Editierverfahren für Kulturpflanzen wie Weizen. Solche Innovationen könnten Landwirten helfen, sich an den Klimawandel anzupassen und die Produktivität zu sichern. Gleichzeitig warnte er, dass übermäßige regulatorische Hürden den Fortschritt blockieren und zu erheblichen Produktionsverlusten führen könnten.

In den letzten Jahren hat sich die öffentliche Haltung in Europa gewandelt: Die Sorge um Lebensmittelpreise überwiegt mittlerweile die Bedenken gegenüber der Biotechnologie selbst, was zu einer pragmatischeren Debatte über genomeditierte Lebensmittel geführt hat. Doch ohne schnellere Zulassungsverfahren, so Berningers Warnung, könnte Europas Agrarsektor ins Hintertreffen geraten – mit Folgen für die Ernährungssicherheit in Teilen Afrikas.

Über Handelsstreitigkeiten hinaus betonte Berninger eine noch größere Gefahr: die wachsende Kluft zwischen Europa und den USA. Er argumentiert, dass ihre gemeinsame Einflussnahme entscheidend ist, um globale Politiken zu gestalten. Sollten sich beide Seiten weiter voneinander entfernen, könnte das die wirtschaftliche und politische Position Europas deutlich schwächen.

Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa über die nächsten Schritte in der Agrartechnik-Regulierung und den Handelsbeziehungen entscheidet. Die Zulassung neuer Anbaumethoden könnte die Nahrungsmittelproduktion sichern und die Spannungen mit den USA mildern. Doch Verzögerungen könnten die wirtschaftlichen Verwundbarkeiten vertiefen und die transatlantischen Beziehungen weiter belasten.