Alkoholfreier Wein erobert den deutschen Markt mit Rekordwachstum
Kirsten HentschelImmer mehr Winzer konzentrieren sich auf alkoholfreie Weine - Alkoholfreier Wein erobert den deutschen Markt mit Rekordwachstum
Deutscher Weinmarkt erlebt Boom bei alkoholfreien Sorten
Die deutsche Weinbranche verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen. Der Absatz von alkoholfreiem Wein stieg im vergangenen Jahr um 25 Prozent – mittlerweile stellt fast ein Drittel der Weingüter solche Produkte her. Diese Entwicklung wird auf der anstehenden ProWein in Düsseldorf deutlich werden, wo Zehntausende Besucher an drei Tagen erwartet werden.
Die deutsche Weinwirtschaft war lange von traditionellen Sorten geprägt, mit rund 100.000 Hektar Weinbergen im ganzen Land. Zwei Drittel davon liegen in Rheinland-Pfalz, einer der wichtigsten Anbauregionen. Doch die Verbrauchergewohnheiten ändern sich, da das Gesundheitsbewusstsein wächst.
Alkoholfreier Wein macht inzwischen etwa zwei Prozent des Branchenumsatzes aus. Das Deutsche Weininstitut (DWI) führt das Wachstum auf bessere Qualität und eine größere Auswahl zurück. Diese Weine enthalten höchstens 0,5 Prozent Alkohol – deutlich weniger als die 10 bis 13 Prozent in herkömmlichen Weinen.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2023 kauften 44 Prozent mehr Haushalte alkoholfreien Wein als im Vorjahr. Auch die Exporte stiegen und legten zwischen 2023 und 2025 jährlich um 15 bis 20 Prozent zu. Zu den wichtigsten Abnehmern zählen die USA, Großbritannien, die Niederlande und Skandinavien, wobei der Exportwert von 10 Millionen auf 14 Millionen Euro wuchs.
Trotz dieses Wandels trinken die Deutschen nach wie vor rund 1,5 Milliarden Liter Wein pro Jahr. Im Schnitt konsumiert jede Person ab 16 Jahren etwa 21,5 Liter jährlich. Doch die ProWein zeigt, wie leichtere, alkoholärmere Varianten an Boden gewinnen.
Der Aufschwung bei alkoholfreiem Wein spiegelt veränderte Vorlieben und den Trend zu gesünderen Lebensstilen wider. Da immer mehr Weingüter ihr alkoholfreies Sortiment ausbauen, dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Branchenexperten sehen darin eine nachhaltige Entwicklung – und keinen kurzfristigen Hype.