Zugbegleiterin schildert den harten Alltag bei der Deutschen Bahn

Mark Bolnbach
Mark Bolnbach
2 Min.
Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Zugkollision mit Menschen in Helmen drumherum, Strommasten, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.Mark Bolnbach

Zugbegleiterin schildert den harten Alltag bei der Deutschen Bahn

Mandy Brune, eine Zugbegleiterin aus Saerbeck, arbeitet seit fast drei Jahrzehnten bei der Deutschen Bahn. Jetzt meldet sie sich zu Wort – und berichtet über die zunehmenden Bedrohungen und Angriffe, denen Bahnmitarbeiter im Berufsalltag ausgesetzt sind. Ihr Appell für bessere Sicherheitsmaßnahmen ist Teil einer neuen Aufklärungskampagne, die das Verhalten von Fahrgästen in den Fokus nimmt.

Brune hat bereits verbale Attacken, Gewaltandrohungen und eine besorgniserregende Gleichgültigkeit von Umstehenden erlebt. Trotz der Risiken bleibt sie ihrer Arbeit treu, doch sie besteht darauf, dass dringend etwas ändern muss.

Seit ihrem Eintritt bei der deutschen bahn im Jahr 1997 beobachtet sie einen stetigen Anstieg aggressiver Vorfälle. Sie schildert Situationen, in denen Fahrgäste tatenlos zusahen, während sie selbst Beschimpfungen ausgesetzt war. Das fehlende Eingreifen der Anwesenden habe sie verletzlich zurückgelassen.

Ihr Engagement für die Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" unterstreicht die täglichen Herausforderungen von Zugbegleitern. Die Initiative will Reisende für die Schwierigkeiten sensibilisieren, mit denen Beschäftigte im öffentlichen Verkehr und anderen kundenorientierten Berufen konfrontiert sind. Brune verzeichnet zwar Fortschritte – vereinzelt stellen sich mittlerweile Fahrgäste schützend vor sie, wenn es zu Bedrohungen kommt –, doch der Weg ist noch lang.

Daten des Regionalbereichs DB Regio Nordost, der Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern abdeckt, zeigen, dass in den vergangenen Jahren 250 Straftaten gegen Bahnmitarbeiter registriert wurden. Bundesweite Polizeistatistiken für das Jahr 2023 liegen jedoch derzeit nicht vor.

Neithard von Böhlen, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Nordrhein-Westfalen, unterstützt Brunes Forderungen. Er fordert unter anderem Doppelte Besetzungen auf Zügen, Körperkameras für alle Mitarbeiter sowie eine spezielle Staatsanwaltschaft für Angriffe auf Zugpersonal. Die Vorschläge zielen darauf ab, die Arbeitsbedingungen für das Frontpersonal deutlich zu verbessern.

Brune liebt ihren Beruf nach wie vor, betont aber, dass mehr getan werden muss, um Bahnmitarbeiter zu schützen. Die Kampagne wirbt für ein größeres Problembewusstsein bei den Fahrgästen und konkrete Sicherheitsverbesserungen. Ohne Gegenmaßnahmen werden die Risiken für Zugbegleiter wie sie weiter bestehen.

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