ZDK-Reformen vertiefen Machtkampf mit dem ZVK um Beiträge und Einfluss
Laila SchomberZDK-Reformen vertiefen Machtkampf mit dem ZVK um Beiträge und Einfluss
Der Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks (ZDK) hat tiefgreifende Reformen seiner Satzung durchgesetzt und damit die Spannungen mit dem Zentralverband Kraftfahrzeugtechnik (ZVK) weiter verschärft. Die im Januar 2024 beschlossenen Änderungen zielen zwar auf mehr Transparenz und eine Neuordnung der Führungsstrukturen ab – doch sie vertiefen auch den seit Langem schwelenden Streit über Mitgliedsbeiträge und organisatorische Kontrolle zwischen beiden Verbänden.
Der ZDK bezeichnet die aktuelle Lage als ein "bewusst herbeigeführtes Szenario", das eine Spaltung der beiden Organisationen erzwingen solle. Derweil hat der ZVK eine kühne finanzielle Forderung gestellt: Er beansprucht 95 Prozent der bisherigen Mitgliedsbeiträge des ZDK für sich.
Die Reformen markieren einen deutlichen Bruch mit früheren Gepflogenheiten. Bisher verfügte der ZVK über garantierte Sitze und sogar ein Vizepräsidium in den Gremien des ZDK. Nach den neuen Regeln wird künftig nur noch ein Vertreter aus der Handwerksführung integriert – ein Ende der personellen Verflechtungen und eine strikte Trennung der Verbände.
Zudem hat der ZDK direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten eröffnet, die sich der Bonner Zentrale anschließen können. Damit soll verhindert werden, dass Innungsverbände organisatorisch isoliert werden, insbesondere in Regionen mit hohen Spannungen. Um Bedenken abzubauen, plant der Verband eine intensivere Betreuung der betroffenen Gebiete und will die Gründe sowie mögliche Folgen eines Austritts erläutern.
Die Reformen fallen in eine Phase zunehmender Reibungen zwischen den beiden Verbänden. Ein zentraler Streitpunkt – die Auseinandersetzung um Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen – hat mittlerweile viel von seiner rechtlichen Brisanz verloren. Stattdessen rückt nun die finanzielle und strukturelle Kontrolle in den Fokus. Als Reaktion auf die Forderung des ZVK nach dem Großteil der Mitgliedsbeiträge hat der ZDK seine Beitragsstruktur überarbeitet, doch die genauen Anpassungen bleiben vorerst unklar.
Künftig werden Führungsentscheidungen in der Mitgliederversammlung getroffen, was etablierten Branchenvertretern den Weg in Schlüsselpositionen ebnet. Der ZDK betont, dieser Ansatz spiegle die aktuellen Gegebenheiten der Branche besser wider und stärke die demokratischen Prozesse innerhalb der Organisation.
Die Reformen haben die Governance- und Finanzstruktur des ZDK grundlegend verändert – doch ihre langfristigen Auswirkungen sind noch offen. Während der ZVK auf einen größeren Anteil der Beiträge pocht und der ZDK seine Organisationsstruktur strafft, zeigt der Konflikt keine Anzeichen einer Entspannung. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, wie Werkstätten und regionale Innungsverbände auf die Veränderungen reagieren – und ob es zu weiteren rechtlichen oder finanziellen Auseinandersetzungen kommt.