Zanders-Gelände in Bergisch Gladbach: Energieversorgung und Abriss starten trotz politischer Streitigkeiten
Kirsten HentschelZanders-Gelände in Bergisch Gladbach: Energieversorgung und Abriss starten trotz politischer Streitigkeiten
Die Pläne für das Zanders-Gelände in Bergisch Gladbach nehmen konkrete Formen an, während die Stadt die Neugestaltung des Gebiets vorantreibt. Ein neues Energieunternehmen soll die nicht-fossile Stromversorgung für das Areal übernehmen, während gleichzeitig die Abrissarbeiten an belasteten Gebäuden beginnen. Doch bereits jetzt sorgen Diskussionen über Kosten und Verantwortlichkeiten für Streit unter den lokalen Politikern.
Der Ausschuss des Stadtrats hat grünes Licht für die Gründung eines Energieunternehmens, der GL GmbH, in Partnerschaft mit der Belkaw gegeben. Dieses Unternehmen wird die Versorgung mit erneuerbaren Energien auf dem Zanders-Gelände steuern, das sich zu einem modernen Stadtquartier entwickeln soll. Die Abstimmung verlief jedoch nicht einstimmig: Die FDP enthielt sich, und einige Ratsmitglieder lehnten den Beschluss ab.
Auch die Abrissarbeiten schreiten voran. Die ehemalige Schreinerei an der Mainstreet wird wegen Schadstoffbelastung abgerissen. Weitere Nebengebäude sollen ebenfalls weichen, wobei die Zanders Entwicklungsgesellschaft (ZEG) die Kosten auf 7,4 Millionen Euro schätzt. Josef Cramer von den Grünen kritisierte die Pläne und argumentierte, dass zukünftige Investoren – und nicht die Stadt – diese Ausgaben tragen sollten. Trotz seiner Bedenken billigte der Ausschuss die Abrisse, wobei sich Cramer selbst bei der Abstimmung enthielt.
Auch die Infrastruktur wird im Rahmen der Neugestaltung verändert. Ein Bach, der durch das Gelände fließt, soll von Norden nach Südosten umgeleitet werden, um sich an die neue Bebauungsplanung anzupassen.
Die Umgestaltung des Zanders-Geländes geht nun von der Planungs- in die Umsetzungsphase über. Mit unterzeichneten Energieversorgungsverträgen und genehmigten Abrissplänen nimmt die Entwicklung zu einem nachhaltigen Stadtviertel Fahrt auf. Doch die Uneinigkeit über die Kostenverteilung deutet darauf hin, dass mit dem Fortschreiten des Projekts weitere Kontroversen aufkommen könnten.






