14 March 2026, 18:15

Willich schließt Kitas wegen sinkender Geburtenraten und Nachfrage

Ein großes abgerissenes Gebäude inmitten einer Stadt, umgeben von anderen Gebäuden, Straßenlaternen, Straßenschildern, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Willich schließt Kitas wegen sinkender Geburtenraten und Nachfrage

Willich passt seine Kinderbetreuung an veränderte Nachfrage an

Nach Jahren schwankender Bedarfslagen stellt Willich seine Kinderbetreuungsangebote neu auf. Sinkende Geburtenraten in den nördlichen Stadtteilen haben dazu geführt, dass viele Einrichtungen unterausgelastet sind – die Verantwortlichen müssen nun ihre Strategie überdenken. Im Rahmen eines langfristigen Plans zur Anpassung des Angebots an den tatsächlichen Bedarf werden mehrere Kitas geschlossen oder verlegt.

Jahre lang kämpfte Willich mit einem Mangel an Fachkräften in der Kinderbetreuung und zu wenigen Betreuungsplätzen. Doch die rückläufigen Geburtenzahlen haben die Situation umgekehrt: Prognosen zufolge wird es bis 2029 ein Überangebot von 440 Plätzen geben. Besonders in den nördlichen Bereichen, wo weniger junge Familien leben, ist die Kapazität nicht mehr tragbar.

Die Kita St. Irmgardis wird zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027 geschlossen. Das Gebäude soll anschließend an die Villa Kunterbunt, einen anderen lokalen Träger, vermietet werden. Gleichzeitig wurden Pläne für einen Neubau der Einrichtung Alperhof verworfen. Stattdessen zieht die Kita in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um – erreichbar in neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus.

Weitere Änderungen umfassen die Schließung des Übergangsprojekts "Schatzkiste" des DRK bis zum 31. Juli 2026. Das von der AWO betriebene "Blaue Haus" in Schiefbahn erhält seine freiwillige Förderung noch bis zum 31. Juli 2027, danach soll über seine Zukunft entschieden werden. Finanzielle Engpässe und geringere Nachfrage haben zudem den Bau zweier geplanter städtischer Einrichtungen unmöglich gemacht.

Die Stadtverwaltung und der Kirchenverband werden die Gespräche fortsetzen, um weitere Anpassungen zu besprechen. Eltern in Nord-Willich äußern jedoch Bedenken, dass der Wegfall lokaler Betreuungsangebote die Attraktivität der Gegend für Familien mindern könnte.

Ziel der Umstrukturierung ist es, das Kinderbetreuungsangebot am aktuellen Bedarf auszurichten und gleichzeitig knappe Haushaltsmittel verantwortungsvoll einzusetzen. Bis 2029 rechnet Willich mit 440 freien Plätzen mehr als benötigt. Die Stadt wird die Entwicklungen genau beobachten und bei Bedarf gemeinsam mit den Trägern nachsteuern.

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