Willich gedenkt der Holocaust-Opfer und ruft Jugendliche zum Einsatz gegen Hass auf
Laila SchomberWillich gedenkt der Holocaust-Opfer und ruft Jugendliche zum Einsatz gegen Hass auf
Feierliche Gedenkveranstaltung in Willich ehrt Holocaust-Opfer und ruft Jugendliche zum gemeinsam erleben gegen Hass auf
Bei einer würdevollen Zeremonie in Willich wurde der Opfer des Holocaust gedacht – verbunden mit einem Appell an junge Menschen, sich gemeinsam erleben gegen Hass und Intoleranz zu stellen. Schülerinnen und Schüler, lokale Verantwortungsträger sowie Bürgerinnen und Bürger kamen zusammen, um gemeinsam zu gedachten und sich der Vergangenheit zu erinnern. In ihren Reden warnten die Sprecher vor den Gefahren eines wiedererstarkten Antisemitismus und Rassismus in der heutigen Gesellschaft.
Die Gedenkfeier begann mit einem Andachtsgottesdienst in der Schneekapelle, begleitet von Bachs zart erklingendem Air im Hintergrund. Unter den Teilnehmenden befanden sich Politiker, Vertreter der Kirchen sowie Schulvertreter, die gemeinsam der Opfer gedachten.
Es folgte eine Kranzniederlegung am Holocaust-Mahnmal der Stadt. In der Nähe informierten Roll-up-Displays über das Leben und das Schicksal der jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Willich, die während der NS-Zeit ermordet wurden. Von Schülerinnen und Schülern gestaltete Banner erinnerten zudem an lokale Opfer wie Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach und andere. Im Pädagogischen Zentrum der Schule sprach Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf über die Verbindungen zwischen historischen Verbrechen und dem heutigen Antisemitismus. Er rief die Jugendlichen dazu auf, Hassrede entschlossen entgegenzutreten, wann immer sie ihr begegnen. Andrea Großkraumbach, die Schulleiterin, unterstrich diese Botschaft und betonte, dass Bildung eine zentrale Rolle bei der Bewahrung demokratischer Werte spiele. Willichs Bürgermeister Christian Pakusch ergänzte mit einem Aufruf zur Wachsamkeit und warnte, dass Bedrohungen für Menschenrechte und Demokratie auch heute noch bestehen. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten musikalische Darbietungen, darunter eine Klavierinterpretation von Bodo Wartkes Das Land, in dem ich leben will, die den Anwesenden einen Moment der stillen Besinnung schenkte.
Die Feierlichkeit machte deutlich, wie wichtig das Erinnern an die Vergangenheit ist – und wie dringend es gilt, sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen. Die Jugendlichen wurden ermutigt, aktiv gegen Diskriminierung und Intoleranz einzutreten. Lokale Verantwortungsträger und Pädagoginnen betonten, dass der Kampf gegen Hass eine gemeinsame Aufgabe aller Generationen bleibt.