Wie Supermärkte uns mit Rabatt-Apps und Tricks mehr Geld ausgeben lassen
Linus JesselEinkaufen sparen: Lohnt sich der Discounter, die Loyalty-App? - Wie Supermärkte uns mit Rabatt-Apps und Tricks mehr Geld ausgeben lassen
Lebensmittel sind in den letzten Jahren deutlich teurer geworden. Viele Haushalte kämpfen mit steigenden Ausgaben für den Wocheneinkauf – selbst wenn Supermärkte Treue-Apps und Sonderangebote einführen. Doch diese Rabatte führen nicht immer zu echten Ersparnissen und können Kunden sogar dazu verleiten, noch mehr auszugeben.
Supermärkte setzen oft Tricks ein, um Preiserhöhungen zu verschleiern: von Rabatt-Apps bis hin zu kleineren Verpackungen, die auf den ersten Blick unverändert wirken. Über 60 Prozent der Kundinnen und Kunden geben zu, ungeplante Artikel zu kaufen – verlockt durch Aktionen im Geschäft oder spontane Schnäppchen. Zwar können Apps wie Smhaggle oder Kaufda dabei helfen, Angebote in der Nähe zu finden, doch sie animieren oft auch zum Kauf zusätzlicher, reduzierter Ware, die eigentlich gar nicht benötigt wird.
Wer im Voraus Mahlzeiten plant und sich strikt an eine digitale Einkaufsliste hält, kann Impulskäufe vermeiden. Der Vergleich der Preise pro Einheit – etwa pro Liter oder Kilogramm – schützt zudem vor „Schrumpflation“, also der Praxis, bei der Produkte schrumpfen, während der Preis gleich bleibt. Zwar gibt es auch echte Sonderangebote mit spürbaren Ersparnissen, doch weite Fahrten zu Discountern lohnen sich selten.
Treueprogramme versprechen Rabatte, doch die tatsächlichen Ersparnisse fallen oft gering aus. Viele Kundinnen und Kunden geben am Ende mehr Geld aus, nur um Prämien zu erreichen oder weil die App sie auf Angebote aufmerksam macht, die sie sonst ignoriert hätten.
Angesichts weiter steigender Lebensmittelpreise bleiben sorgfältige Planung und Preisvergleiche die besten Strategien, um zu sparen. Wer auf spontane Käufe verzichtet und die Preise pro Einheit prüft, kann spürbar Geld sparen. Supermarkt-Apps und Aktionen bringen zwar etwas Entlastung – doch häufig führen sie eher zu höheren Ausgaben als zu echten Ersparnissen.






