14 January 2026, 19:30

Wie Ritzenhoff nach der Insolvenz wieder auf die Erfolgsspur zurückkehrte

Eine alte Werbung für eine Glasmanufaktur in London, die Text und Bilder von Glasherstellungsgegenständen zeigt.

Wie Ritzenhoff nach der Insolvenz wieder auf die Erfolgsspur zurückkehrte

Ritzenhoff, ein Unternehmen mit Sitz in Marsberg, hat nach der Insolvenzantragstellung im Jahr 2020 eine bemerkenswerte Erholung durchlaufen. Das Unternehmen, das einst mit Stellenabbau und finanziellen Verlusten kämpfte, hat seinen Umsatz mittlerweile bei rund 50 Millionen Euro stabilisiert und sogar erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Entscheidende Veränderungen in Führung und Betriebsabläufen spielten dabei eine zentrale Rolle.

Die Probleme begannen 2020, als Ritzenhoff Insolvenz anmelden musste – mit der Folge, dass 90 der damals 430 Arbeitsplätze gestrichen wurden. 2024 übernahm schließlich die Ritzeo GmbH das Unternehmen, hinter der die Investoren Hans-Werner von Dören, ehemaliger Vorstandsvorsitzender, und der Unternehmer Matthias Kersting stehen. Von Dören kehrte als Aufsichtsratsvorsitzender zurück, während Kersting die Geschäftsführung übernahm und maßgeblich dazu beitrug, die Produktion zu stabilisieren und die Zukunft des Unternehmens zu sichern.

Ein entscheidender Wandel ging von innen aus: Jens-Uwe Göke, ein ehemaliger Wirtschaftsprüfer von Ritzenhoff, stieg nach der Insolvenz als Gesellschafter ein und trieb grundlegende Reformen voran, um das Unternehmen wiederzubeleben. Steven Heinemann, ein langjähriger Fachmann aus der Glasproduktion, wurde zum neuen Geschäftsführer ernannt und brachte wertvolles Praxiswissen in die Führungsriege ein. Zudem setzte das Unternehmen konkrete Maßnahmen um, um Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Der einstige Luxus-Showroom, einst Symbol für Prunk, dient heute als Mitarbeiterkantine. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Rückverlagerung des Dekorglasdrucks ins eigene Haus – ermöglicht durch die Investition in eine moderne UV-Druckmaschine. Diese Veränderungen stießen bei den Beschäftigten auf positive Resonanz, was zu höherer Zufriedenheit und einem besseren Arbeitsklima führte.

Ritzenhoffs Aufschwung markiert eine deutliche Wende nach den finanziellen Turbulenzen der vergangenen Jahre. Mit stabilen Umsätzen, wiederkehrender Profitabilität und einer motivierten Belegschaft hat sich das Unternehmen in der Glasindustrie neu positioniert. Die Kombination aus neuer Führung, strategischen Investitionen und betrieblichen Reformen bildet nun eine solide Grundlage für die Zukunft.