24 April 2026, 10:15

Wie die Dresdner Obergrabenpresse Kunst und Handwerk revolutionierte

Ein detailliertes Zeichnung eines Schlosshof-Gebäudes in Dresden, Deutschland, mit zahlreichen Fenstern und Statuen, skizziert auf einem Blatt Papier mit sichtbarem Text.

Wie die Dresdner Obergrabenpresse Kunst und Handwerk revolutionierte

In den späten 1970er-Jahren schlossen sich in Dresden Künstler und Drucker zusammen, um etwas Neues zu schaffen. Aus ihrer Zusammenarbeit entstand die Dresdner Obergrabenpresse – ein Ort für Druck, Verlagswesen und Ausstellungen. Das Projekt wuchs aus gemeinsamen Zielen, einer restaurierten Druckerpresse und dem Bedürfnis nach künstlerischer Freiheit.

Die Idee ging von Peter Herrmann aus, der eine seltene italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908 besaß. Bernhard Theilmann gab der Maschine neues Leben, indem er sie wieder instand setzte. Zur gleichen Zeit suchte der Drucker Jochen Lorenz nach mehr als der Routinearbeit für die Staatsbahn. Er strebte nach Projekten mit größerer künstlerischer Herausforderung.

A.R. Penck hatte sich unterdessen bereits in den 1970er-Jahren einen Namen gemacht. 1971 gründete er mit anderen die Künstlervereinigung Lücke, die bis 1976 bestand. In dieser Zeit entwickelte er auch seine Theorie Vom Untergrund zum Obergrund, in der er untersuchte, wie Kunst aus verborgenen Räumen in die Öffentlichkeit gelangen konnte.

Bis 1976 waren Eberhard Göschel und Peter Herrmann der Arbeitsgruppe des Dresdner Leonhardi-Museums beigetreten. Zwei Jahre später bezog Göschel ein größeres Atelier, wodurch eine Dreizimmerwohnung frei wurde. Dieser Raum entwickelte sich zu einem Zentrum für Experimente in Druck und Kunst.

Aus diesen Verbindungen heraus entstand die Dresdner Obergrabenpresse. Sie diente als Künstlervereinigung, Druckwerkstatt, Verlag und Galerie – alles unter einem Dach.

Die Presse vereinte Drucker, Künstler und Theoretiker in einem gemeinsamen Arbeitsraum. Ihre Arbeit verband traditionelles Handwerk mit mutigen künstlerischen Ideen. Das Projekt hinterließ bleibende Spuren in der Dresdner Kulturszene.

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