02 May 2026, 08:10

Wie der Neoliberalismus die Linke schwächte und Kritik umformte

Plakat mit fettem, schwarzem Text "Die Volksversammlung gegen Sparpolitik" in der Mitte auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schwarzen Rand.

Wie der Neoliberalismus die Linke schwächte und Kritik umformte

Krise der Kritik: Wie der Neoliberalismus den politischen Widerstand umformte

Ein neues Buch mit dem Titel „Krise der Kritik“ untersucht, wie der Neoliberalismus in den letzten fünf Jahrzehnten die politische Opposition neu geprägt hat. Die Studie argumentiert, dass systemische Kapitalismuskritik an Einfluss verlor, während sich konsumorientierter Protest durchsetzte. Forscher:innen sehen in diesem Wandel einen zentralen Grund dafür, warum die Linke neoliberale Politiken nicht wirksam herausfordern konnte.

Der Aufstieg des Neoliberalismus seit den 1970er-Jahren gibt Historiker:innen und Sozialwissenschaftler:innen seit Langem Rätsel auf. Viele Studien konzentrieren sich auf seine wirtschaftliche Vorherrschaft, doch „Krise der Kritik“ beleuchtet einen anderen Aspekt: den Niedergang breiter antikapitalistischer Bewegungen. Das Buch zeichnet nach, wie sich der Widerstand von einer grundsätzlichen Kritik am Kapitalismus hin zu einer Fixierung auf Konsumkultur und individuellen Exzess verengte.

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Konsumkritik war kein neues Phänomen – sie hatte sich bereits in den Nachkriegsboomjahren entwickelt. Doch die Proteste von 1968 verbanden Konsumismus direkt mit kapitalistischen Strukturen und zeigten, dass beide Kritikformen einst eng verknüpft waren. Mit der Zeit jedoch drängte der Einfluss des Neoliberalismus systemische Opposition an den Rand.

Das Scheitern der Linken, neoliberale Politiken zu kontern, lag nicht an einem Mangel an Alternativen. Selbst die Gründung der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) in den 1990er-Jahren vermochte es nicht, grundlegenden Widerstand neu zu beleben. Stattdessen wurde der Begriff „Neoliberalismus“ selbst zur Ablenkung – er rahmte den Widerstand als Kampf gegen eine Spielart des Kapitalismus ein, statt gegen das System als Ganzes.

Die Forschung zu diesem Thema lässt sich in zwei Hauptstränge unterteilen: Einer analysiert die Transformation des Kapitalismus, der andere die Ideengeschichte neoliberalen Denkens. Gemeinsam zeigen sie, wie die Kritik am Neoliberalismus einen größeren Wandel widerspiegelt – näml ich, wie Gesellschaften Macht heute herausfordern.

Um die letzten 50 Jahre zu verstehen, reicht es nicht, nur die Stärke des Neoliberalismus zu betrachten. Die Schwäche seiner Kritiker:innen – insbesondere der Rückzug der Linken von systemischer Opposition – half vielmehr, seine Dominanz zu festigen. Die Verschiebung von einer breiten ökonomischen Kritik hin zu enger gefasstem Konsumprotest bleibt ein prägendes Merkmal moderner politischer Auseinandersetzungen.

Quelle