16 March 2026, 22:13

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Rückschlägen: Nel ASA erholt sich, doch Probleme bleiben

Liniengraph, der die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Rückschlägen: Nel ASA erholt sich, doch Probleme bleiben

Wasserstoffunternehmen erleben gemischte Entwicklungen – Ölpreistrends schaffen neue Chancen, doch Herausforderungen bleiben

Während einige Unternehmen der Branche mit finanziellen Rückschlägen und operativen Problemen kämpfen, treiben andere große Projekte voran. Die Investorenstimmung bleibt uneinheitlich: Die Aktienkurse spiegeln sowohl Zurückhaltung als auch ein erneuertes Interesse an grünen Energielösungen wider.

Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA durchlebte in den vergangenen Jahren eine turbulente Phase. Im Jahr 2023 erreichte die Aktie mit 0,17 Euro ein Allzeittief – belastet durch schwache Auftragseingänge und sinkende Umsätze. Doch bis März 2026 erholte sich der Kurs auf etwa 0,85 Euro, angetrieben durch steigende Verkäufe von Elektrolyseuren, strategische Partnerschaften – darunter ein 2024 geschlossener Deal mit Siemens Energy – sowie branchenweite Fördermaßnahmen wie EU-Subventionen für Wasserstoffprojekte.

Am Dienstag stieg die Nel-ASA-Aktie an der Börse Stuttgart um 2,5 Prozent auf 0,192 Euro. Dennoch bleibt das Unternehmen vor Herausforderungen gestellt: Sein Geschäftsmodell hängt stark von der Marktdurchdringung von Wasserstoff ab – in einem Umfeld anhaltender Unsicherheit.

Auch ITM Power meldete eine finale Investitionsentscheidung für ein großes neues Projekt. Trotz dieses Fortschritts gab die Aktie um 2,1 Prozent auf 0,73 Euro nach, da Anleger auf greifbare Erfolgsmeldungen warten. Ähnlich verlor Bloom Energy1,7 Prozent und notierte bei 154,51 US-Dollar, während Sorgen über übermäßige Investitionen im KI-Sektor und Verzögerungen bei neuen Auftragsabschlüssen wachsen.

Zudem mehren sich operative Hürden: Die städtische Abfallwirtschaft in Bielefeld berichtet von anhaltenden Problemen mit wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeugen, darunter Treibstoffknappheit und Zuverlässigkeitsmängel. Trotz dieser Rückschläge bekräftigen Kommunalvertreter ihr Engagement für die Technologie und stufen die Schwierigkeiten als Kinderkrankheiten – nicht als grundsätzliche Schwächen – ein.

Die Wasserstoffbranche bewegt sich weiterhin zwischen finanzieller Volatilität und schrittweisem Fortschritt. Während Unternehmen wie Nel ASA Anzeichen einer Erholung zeigen, steht der Sektor unter Druck, konkrete Ergebnisse zu liefern. Mit weiterhin fließenden öffentlichen und privaten Investitionen in grünen Wasserstoff wird der weitere Weg davon abhängen, technische Hürden zu überwinden und die wirtschaftliche Tragfähigkeit unter Beweis zu stellen.

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