14 February 2026, 20:11

Warum Deutschlands Goldreserven im Ausland für hitzige Debatten sorgen

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit goldener Einfassung und fettem Text, gerahmt mit einem schwarzen Rand.

Warum Deutschlands Goldreserven im Ausland für hitzige Debatten sorgen

Die Forderungen an Deutschland, seine im Ausland lagernden Goldreserven zurückzuholen, werden immer lauter. Sorgen über das Kontrahentenrisiko und die wachsenden geopolitischen Spannungen befeuern die Debatte. Im Mittelpunkt steht dabei ein Großteil der deutschen Goldbestände – fast 1.641 Tonnen, vor allem in New York und London gelagert – die heute einen Wert von rund 177 Milliarden Euro haben.

Die deutsche Bundesbank hält einen großen Teil seines Goldes außerhalb des Landes. Rund 1.236 Tonnen lagern in den Tresoren der US-Notenbank in New York, weitere 405 Tonnen werden in der Bank von England in London aufbewahrt. Diese Reserven, die 2005 noch mit nur 13,6 Milliarden Euro bewertet wurden, haben durch den starken Anstieg der Goldpreise in den letzten zwei Jahrzehnten massiv an Wert gewonnen.

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel weist Forderungen nach einer Rückholung zurück. Er sieht keinen dringenden Grund, das Gold nach Deutschland zu verlagern. Kritiker verweisen jedoch auf das Kontrahentenrisiko – die Gefahr, dass eine ausländische Institution ausfällt oder die Herausgabe der Vermögenswerte verweigert. Selbst physisch vorhandenes Gold in Banktresoren ist diesem Risiko ausgesetzt, obwohl es sich um einen greifbaren Wert handelt.

Die Diskussion ist nicht neu. Bereits 1912 erklärte der Finanzier John Pierpont Morgan berühmterweise: "Gold ist Geld – alles andere ist Kredit." Im Gegensatz zu Papierwährungen besitzt Gold einen intrinsischen Wert als realer Rohstoff. Doch sein stark gestiegener Preis hat auch die Risiken erhöht. Anleger, die Gold in Schließfächern lagern, müssen mit größeren potenziellen Verlusten rechnen, falls der Zugang verweigert wird oder Institutionen zusammenbrechen.

Der Druck zur Rückführung könnte weiter zunehmen, sollte der Goldpreis weiter steigen oder sich die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA verschlechtern. Vorerst bleibt die Bundesbank jedoch bei ihrer Haltung.

Die deutschen Goldreserven bleiben über die wichtigsten Finanzzentren der Welt verstreut. Die Bundesbank betont, es gebe trotz des stark gestiegenen Wertes der Bestände keinen akuten Anlass zur Sorge. Sollten sich die geopolitischen Spannungen verschärfen oder die Goldpreise erneut in die Höhe schnellen, werden die Rufe, das Edelmetall zurückzuholen, jedoch kaum verstummen.