Warendorfs Stadtrat beharrt auf umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten
Kirsten HentschelWarendorfs Stadtrat beharrt auf umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen von drei umstrittenen Straßen beizubehalten. Dies steht im Widerspruch zu einer Empfehlung eines Bürgergremiums, das wegen historischer Bedenken eine Umbenennung gefordert hatte. Als Hauptgründe für die Ablehnung des Vorschlags nannten die Verantwortlichen Haushaltszwänge und die Meinung der örtlichen Bevölkerung.
Die betroffenen Straßen – Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße – werden ihre bisherigen Namen behalten. Auch eine Tafel mit einem Zitat der Schriftstellerin Agnes Miegel am Rathaus bleibt erhalten. Alternativvorschläge, wie etwa die Anbringung eines Zitats des heimischen Autors Paul Schallück, wurden vom Rat abgelehnt.
Laut Haushaltsberechnungen hätten allein die neuen Straßenschilder die Stadt 5.700 Euro gekostet. Die Mehrheitskoalition aus CDU und Freien Wählergemeinschaft (FWG) argumentierte, dass dieser Aufwand nicht zu rechtfertigen sei. André Wenning, Ratsmitglied der FWG, betonte, dass die Ansichten der Anwohner wichtiger seien als externe Empfehlungen.
Reinhold Schoppmann, Vertreter des Bürgerbündnisses, kritisierte die Entscheidung scharf. Ähnliche Debatten über die Umbenennung von Straßen und öffentlichen Plätzen gibt es auch in anderen deutschen Städten wie Konstanz und Delmenhorst, wobei keine genauen Zahlen zu solchen Fällen öffentlich verfügbar sind.
Mit dem Beschluss bleibt der Status quo bei den Warendorfer Straßennamen gewahrt. Weitere Änderungen an Beschilderungen oder Gedenktafeln sind nicht geplant. Die Entscheidung spiegelt sowohl finanzielle Erwägungen als auch die Vorlieben der lokalen Bevölkerung wider – und nicht die übergeordneten historischen Bedenken.






