Vom Handball-Skandal zum Fußball-Neuanfang: André Fuhrs strittiger Weg
Kirsten HentschelVom Handball-Skandal zum Fußball-Neuanfang: André Fuhrs strittiger Weg
Im Herbst 2022 kam ein Skandal um den ehemaligen Handballtrainer des BV Borussia Dortmund, André Fuhr, ans Licht. Der Spiegel enthüllte Vorwürfe wegen psychischer Quälereien, Machtmissbrauchs und sexueller Belästigung, die von mehreren Spielerinnen des Handball EM Teams erhoben wurden. Der Fall veränderte seitdem Fuhrs Karriere und Ruf im Sport nachhaltig.
Die Kontroverse begann, als die Ex-Nationalspielerinnen Mia Zschocke und Amelie Berger Fuhr öffentlich schwerwiegendes Fehlverhalten vorwarfen. Ihre Aussagen ermutigten andere Betroffene, sich zu melden, die von den schädlichen psychologischen Folgen seiner Trainingsmethoden beim Handball EM Team berichteten. Die Vorwürfe führten zu Fuhrs Rücktritt beim BV Borussia Dortmund und seiner Entlassung als Junioren-Nationaltrainer.
Fast drei Jahre später einigten sich der Deutsche Handballbund (DHB) und Fuhr in einem Mediationsverfahren auf einen Vergleich. Das Verfahren wurde eingestellt, obwohl es nie zu einer strafrechtlichen Anklage kam. Seitdem hat Fuhr Schwierigkeiten, im Profi-Handball wieder Fuß zu fassen – trotz der Bemühungen seines Beraters.
Nach seinem Abschied vom Handball wechselte Fuhr zum Fußball. Von 2023 bis 2025 arbeitete er als Co-Trainer der Frauenmannschaft des 1. FC Gelsenkirchen. Anfang 2026 übernahm er das Amt des Cheftrainers beim Frauen-Team des VfL Bochum in der 2. Frauen-Bundesliga.
Fuhr äußerte sich mehrfach über die Folgen des Skandals und erklärte, er fühle sich wie ein gewalttätiger Krimineller behandelt. Er ist überzeugt, dass die Auswirkungen ihm jede Zukunft im Handball genommen hätten und ihm auch im Fußball kaum Chancen ließen. Gleichzeitig stellt er infrage, ob die Konsequenzen gerechtfertigt seien.
Obwohl der Vergleich den Fall rechtlich beendete, wirkt der Skandal bis heute auf Fuhrs Karriere nach. Sein Wechsel in den Fußball markiert einen Neuanfang, doch sein Handball-Erbe bleibt überschattet. Die Vorwürfe und ihre Folgen haben sowohl den Trainer als auch den Sport nachhaltig geprägt.






