01 February 2026, 08:08

Union drängt auf rasche Reformen, um Deutschlands Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen

Eine Deutschlandkarte mit Bundesländern von 2018 und 2002, die in Gelb, Rot und Orange hervorgehoben sind, auf einem weißen Hintergrund mit Text.

Spahn drängt auf Tempo bei Reformen - Union drängt auf rasche Reformen, um Deutschlands Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen

Führende Unionspolitiker drängen auf rasche Wirtschaftreformen, um Deutschlands stagnierendes Wachstum anzukurbeln und das Vertrauen der Bevölkerung in die bundesländer zu stärken. Jens Spahn, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, fordert schnellere Maßnahmen, während Karl-Josef Laumann, Sozialminister von Nordrhein-Westfalen, die Notwendigkeit von Innovation und längeren Arbeitsleben betont. Ihre Vorschläge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung unter Druck steht, sinkende Umfragewerte durch eine Belebung der Wirtschaft umzukehren.

Auch die SPD hat sich in die Debatte eingeschaltet: Arbeitsministerin Bárbel Bas lehnt Forderungen nach Einschränkungen der Teilzeitarbeit ab und setzt stattdessen auf eine Erhöhung der Gesamtarbeitszeit. Unterdessen hat die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz eigene Pläne vorgelegt, darunter Rentenreformen und Bemühungen, bürokratische Hürden der EU auf einem bevorstehenden Gipfel abzubauen.

Spahn hat eine Reihe von Reformen skizziert, die die Produktivität und Investitionen steigern sollen. Er widerspricht dem Vorschlag des MIT, Teilzeitarbeit einzuschränken, und argumentiert, dass der Fokus auf der Ausweitung der Gesamtarbeitszeit liegen müsse. Stattdessen schlägt er Steueranreize vor, um deutsche Gründer und Unternehmer aus dem urlaub zurückzuholen – inspiriert von Italiens Steuererleichterungen für Neuzuwanderer. Erste Anzeichen für Fortschritte sieht er in steigenden Investitionszahlen, räumt aber ein, dass die Erfolge noch fragil seien.

Laumann unterstützt die Idee, die Arbeitszeit zu verlängern, und schlägt eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters vor, um erfahrene Arbeitskräfte im Berufsleben zu halten. Er besteht darauf, dass Wachstum und Innovation Priorität haben müssen, um Deutschlands wirtschaftliche zukunft zu sichern. Seine Position deckt sich mit Spahns Forderung nach einer Überarbeitung der Sozialsysteme und Arbeitskosten im zweiten Quartal, die ihrer Meinung nach die Wettbewerbsfähigkeit hemmen.

Die Regierung hat mit eigenen Plänen reagiert: 2024 tritt eine große Rentenversicherungsreform in Kraft, die auf früheren Initiativen zur Förderung von Innovation aufbaut. Auf EU-Ebene soll ein Gipfel am 12. Februar in Belgien Bürokratieabbau und Reformen des Binnenmarkts vorantreiben. Innerhalb Deutschlands wurden Anfang 2024 rund 18,65 Milliarden Euro über den Länderfinanzausgleich umverteilt, um regionale Ungleichheiten auszugleichen.

Kritik kommt von SPD-Arbeitsministerin Bárbel Bas, die die Vorstellung zurückweist, Teilzeitarbeit sei lediglich eine "Lebensstilentscheidung". Sie plädiert dafür, das Gesamtvolumen der Arbeitszeit zu erhöhen, statt flexible Arbeitsmodelle einzuschränken. Der Streit spiegelt tiefere Gräben wider, wie Deutschlands wirtschaftliche herausforderungen zu meistern sind, ohne Arbeitnehmer oder Unternehmen zu verprellen.

Die Vorschläge der Union und die angekündigten Regierungsreformen werden nun weiter diskutiert. Rentenanpassungen, Steuererleichterungen für Rückkehrer und EU-weite Deregulierung sollen in den kommenden Monaten vorankommen. Der erfolg hängt davon ab, ob diese Maßnahmen zu nachhaltigem Investitionswachstum und gestiegenem Vertrauen in die wirtschaft führen. Die nächste Reformphase, die Sozialsysteme und Arbeitskosten im Visier hat, wird bis Mitte 2024 erwartet.