18 January 2026, 06:40

Unbekannte NS-Alltagsbilder: Dokumentarfilm zeigt private Westfalen-Aufnahmen aus der Diktaturzeit

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer detaillierten Karte von Westfalen, das auf einer schwarzen Oberfläche liegt.

Unbekannte NS-Alltagsbilder: Dokumentarfilm zeigt private Westfalen-Aufnahmen aus der Diktaturzeit

Seltene Einblicke in den Alltag unter der NS-Herrschaft: Dokumentarfilm in Gütersloh

Am 27. Januar 2023 wird in Gütersloh ein neuer Dokumentarfilm gezeigt, der seltene Einblicke in das Leben unter der nationalsozialistischen Diktatur gewährt. "Unter dem Hakenkreuz: Westfalen 1933–1945 in Amateurfilmen" präsentiert über 60 private Aufnahmen, die Familienmomente, öffentliche Feiern und die Veränderungen im Krieg dokumentieren. Der Eintritt ist frei, die Veranstalter empfehlen jedoch eine vorherige Anmeldung, um die Planung zu erleichtern.

Der 70-minütige Film, produziert vom LWL-Medienzentrum für Westfalen, gliedert sich in zehn Kapitel. Jeder Abschnitt beleuchtet unterschiedliche Facetten des Lebens in Westfalen-Lippe während der NS-Zeit – von alltäglichen Routinen bis hin zu den Folgen des Krieges. Verzichtet wird auf eine Erzählerstimme; stattdessen kommen die historischen Aufnahmen für sich selbst zu Wort.

Die Vorstellung ist eine gemeinsame Initiative der Volkshochschule (VHS) Gütersloh, des Stadtarchivs und des LWL-Medienzentrums. Dr. Ralf Springer vom LWL-Medienzentrum wird den Abend mit einer Einführung eröffnen. Im Anschluss an die Filmvorführung leitet er eine Diskussion, um den historischen Kontext zu vertiefen und zur Reflexion anzuregen. Interessierte können sich online unter www.vhs-gt.de anmelden, um sich einen Platz zu sichern. Bei freier Kapazität sind auch spontane Besucher willkommen; Beginn ist um 19:00 Uhr im Gebäude der VHS.

Ziel des Dokumentarfilms und der anschließenden Gesprächsrunde ist es, das öffentliche Verständnis für die NS-Zeit durch private Archive zu schärfen. Die ungeschnittenen Amateuraufnahmen bieten einen direkten Blick darauf, wie Propaganda und Krieg das Leben in den Gemeinden prägten. Die Veranstalter hoffen, dass die Auseinandersetzung mit dem Film zu einer lebendigen Debatte über Geschichte und Erinnerung anregt.