Traditionelles Bier im freien Fall: Wie zwei Brauereien den Wandel meistern
Laila SchomberTraditionelles Bier im freien Fall: Wie zwei Brauereien den Wandel meistern
Brauereien in Deutschland verzeichnen einen drastischen Rückgang bei traditionellem Bierabsatz
Die deutschen Brauereien erleben einen deutlichen Einbruch bei den Verkäufen klassischer Biere: 2025 wurde ein Rückgang von sechs Prozent verzeichnet – der größte seit der Wiedervereinigung. Doch während die Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen steigt, passen sich einige Hersteller an, indem sie ihr Angebot an alkoholfreien Getränken ausbauen. Zwei Brauereien in Nordrhein-Westfalen, die Barre Brauerei und die Bielefelder Braumanufaktur, steigern nun ihre Produktion von alkoholfreiem Bier, um sich den veränderten Konsumgewohnheiten anzupassen.
Der Trend zu alkoholfreiem Bier hat sich rasant entwickelt. Seit 2020 ist dessen Marktanteil in Deutschland von etwa 1,5 auf über 4 Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Besonders in Großstädten wie Berlin, Hamburg und München ist die Nachfrage stark angestiegen – allein in Berlin verzeichnete der Pro-Kopf-Verbrauch einen Anstieg um 180 Prozent. Gesundheitsbewusste Lebensstile und jüngere Konsumenten treiben diese Entwicklung voran.
Die Barre Brauerei, geleitet von Geschäftsführer Christoph Barre, setzt dabei auf regionale Verwurzelung. Das Unternehmen präsentiert sich auf Messen und verkauft Merchandise-Artikel, um die lokale Unterstützung zu stärken. Gleichzeitig warnt Barre vor einer möglichen Insolvenzwelle in der Branche, da die traditionellen Bierverkäufe weiter einbrechen.
Die Bielefelder Braumanufaktur hingegen verfolgt einen breiteren Ansatz. Gründer Mike Cacic hat das Unternehmen als allgemeinen Getränkehersteller neu positioniert und produziert neben alkoholfreiem Bier auch Erfrischungsgetränke. Dieser strategische Kurswechsel weg vom schrumpfenden Biermarkt zeigt, wie die Brauerei nun alkoholfreie Alternativen in den Vordergrund stellt.
Sowohl die Barre Brauerei als auch die Bielefelder Braumanufaktur – zusammen mit weiteren Betrieben in Lübbecke und Bielefeld – stehen vor großen Herausforderungen. Doch ihr Fokus auf alkoholfreie Produkte deutet auf einen möglichen Weg in einem sich wandelnden Markt hin.
Der Rückgang bei traditionellem Bier zwingt die Brauereien zum Umdenken. Barre Brauerei und Bielefelder Braumanufaktur erhöhen die Produktion von alkoholfreiem Bier, um den veränderten Verbraucherwünschen gerecht zu werden. Angesichts ungebremster Marktveränderungen könnten ihre Strategien über das Überleben in einer im Wandel begriffenen Branche entscheiden.