22 January 2026, 18:36

Theaterstück über Walter Lübckes Mord zeigt Deutschlands Kampf gegen Rechtsextremismus

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Straßenszene mit einer Gruppe von Menschen im Vordergrund, Gebäuden im Hintergrund und dem Text "Die Schlacht von Stuttgart" unten.

Theaterstück über Walter Lübckes Mord zeigt Deutschlands Kampf gegen Rechtsextremismus

Am Westfälischen Staatstheater feierte ein neues Stück über den Aufstieg des Rechtsextremismus in Deutschland Premiere. Unter dem Titel „Walter Lübcke – Das Ende einer Demokratie“ setzt sich die Produktion mit dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten im Jahr 2019 und den daraus resultierenden Folgen für die Demokratie auseinander. Unterstützt wird das Theaterstück von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen und entstand in Kooperation mit dem Goethe-Institut sowie der Auslandsgesellschaft.de e.V. Dortmund.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Walter Lübcke, der als Regierungspräsident des Regierungsbezirks Kassel amtierte. Am 14. Oktober 2015 sprach er bei einer öffentlichen Veranstaltung in Lohfelden über die bevorstehende Eröffnung einer Flüchtlingsunterkunft. Seine Worte spiegelten sein tiefes Vertrauen in Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wider. Rechtsextreme Teilnehmer versuchten, ihn zu provozieren – was eine Welle des Hasses in rechtsextremen Online-Foren auslöste.

Vier Jahre später, am 2. Juni 2019, wurde Lübcke auf der Terrasse seines eigenen Hauses erschossen. Der Täter, Stephan Ernst, hatte 2015 an der Veranstaltung in Lohfelden teilgenommen. Ernst, der den Behörden seit den 1990er-Jahren bekannt war, radikalisierte sich zwischen 2015 und 2019 immer weiter – bis hin zum Mord. Sein Fall verdeutlicht die wachsende Bereitschaft rechtsextremer Kreise, zu Gewalt zu greifen. Das Stück thematisiert nicht nur die Ermordung Lübckes, sondern auch die generellen Bedrohungen, denen Politiker heute ausgesetzt sind. Es zeigt die Beleidigungen, Todesdrohungen und die eskalierende Gewalt, die demokratische Institutionen untergraben. Lübckes Familie unterstützt die Inszenierung, die das Bewusstsein für diese drängenden Probleme schärfen soll. Die Ticketpreise liegen zwischen 15 und 26 Euro, ermäßigt für Studierende, Schüler und Bundesfreiwilligendienstleistende.

Die Produktion dient als eindringliche Mahnung vor den Gefahren des Rechtsextremismus in Deutschland. Indem sie Lübckes Ermordung und die Folgen nachzeichnet, macht das Stück die realen Konsequenzen politischer Gewalt deutlich. Die Veranstalter hoffen, dass es die Öffentlichkeit zum Nachdenken über die Verletzlichkeit demokratischer Werte anregt.