Teilzeit lockt mit Freizeit – doch die Rentenlücke droht später unangenehm
Linus JesselTeilzeit lockt mit Freizeit – doch die Rentenlücke droht später unangenehm
Teilzeitarbeit lockt mit mehr Freizeit und geringeren Einkommenseinbußen – doch die Rentenlücke kommt später
Der Wechsel in Teilzeit erscheint verlockend: mehr freie Zeit und ein geringerer Rückgang des Nettolohns als erwartet. Doch die langfristigen Folgen für die Rente werden oft erst Jahre später spürbar. Experten warnen, dass weniger Arbeitsstunden heute zu erheblichen finanziellen Einbußen im Ruhestand führen können.
In Deutschland fällt das Nettoeinkommen bei Teilzeit weniger stark als der Stundenrückgang vermuten lässt. Wer von 40 auf 30 Wochenstunden wechselt – also 25 Prozent weniger arbeitet –, verliert nur etwa 20,7 Prozent des Nettolohns. Ein Midijob mit 20 Stunden reduziert das Nettoeinkommen um rund 41,6 Prozent, doch es bleibt mehr als die Hälfte des bisherigen Auszahlbetrags übrig. Möglich wird dies durch das progressive Steuersystem und geringere Sozialabgaben.
Die eigentliche Rechnung kommt bei der Rente Die statischen Rentenpunkte basieren auf dem Bruttoeinkommen – wer weniger verdient, sammelt auch weniger Punkte. 2024 lag das durchschnittliche Bruttoeinkommen, das für die Rentenberechnung herangezogen wird, bei 47.085 Euro. Bis 2026 soll dieser Wert auf 51.944 Euro steigen, wobei ein Rentenpunkt in etwa einem Jahresverdienst auf diesem Niveau entspricht. Geringere Beiträge über die Jahre führen zu einer Rentenlücke, die Rentner später mit weniger Einkommen als erwartet zurücklässt.
Gegensteuern ist möglich – aber frühzeitig planen Betroffene können die Lücke durch private Altersvorsorge, betriebliche Rentenmodelle, freiwillige Nachzahlungen in die gesetzliche Rente oder eine Umverteilung der Einkommen innerhalb einer Partnerschaft ausgleichen. Welche Strategie sich am besten eignet, hängt davon ab, wie lange jemand in Teilzeit arbeitet, wie hoch die Gehaltseinbußen ausfallen und welche beruflichen Pläne für die Zukunft bestehen.
Zwar bietet Teilzeitarbeit kurzfristige Vorteile wie mehr Freizeit, doch die finanziellen Folgen reichen weit in die Zukunft. Ohne gezielte Planung wächst die Lücke in den Rentenansprüchen über Jahre hinweg. Wer über weniger Arbeitsstunden nachdenkt, sollte die langfristigen Konsequenzen prüfen – und frühzeitig Wege finden, um die Einbußen auszugleichen.






