24 January 2026, 08:21

Tarifstreit im NRW-ÖPNV eskaliert: Verdi droht mit massiven Arbeitsniederlegungen

Ein Kreisdiagramm, das die prozentualen Beiträge verschiedener Verkehrsektoren zeigt, darunter Straßen, Navigation, Luftfahrt und Schiene.

Tarifstreit im NRW-ÖPNV eskaliert: Verdi droht mit massiven Arbeitsniederlegungen

Tarifkonflikt im ÖPNV Nordrhein-Westfalens: Verhandlungen gescheitert – Streiks drohen

Die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens stehen weiterhin in einem zähen Streit um Löhne und Arbeitsbedingungen. Die erste Verhandlungsrunde am 21. Januar 2026 endete ergebnislos – die zentralen Forderungen der Gewerkschaften blieben ungelöst. Verdi-Sprecher warnten, dass bei einer erneuten Blockade weitere Arbeitsniederlegungen nicht ausgeschlossen seien.

Bei der jüngsten Tarifrunde kam es zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und den Arbeitgebern zu heftigen Auseinandersetzungen über Arbeitsbelastung und Bezahlung. Die Beschäftigten leiden seit Langem unter überlangen Arbeitszeiten, verschärft durch einen wachsenden Fachkräftemangel. Zu den Kernforderungen der Gewerkschaft zählen eine 32-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen Schichten sowie ein 40-prozentiger Zuschlag für Sonntagsarbeit.

Die Arbeitgeber legten während der Gespräche kein konkretes Angebot vor, kündigten jedoch an, im nächsten Verhandlungsdurchgang Gegenvorschläge einzubringen – eine Vorgehensweise, die bei den Gewerkschaftsvertretern auf Unverständnis stieß. Verdi pocht zudem auf acht bezahlte Freistellungstage pro Jahr für gewerkschaftliche Aktivitäten und darauf, dass das Tarifabkommen auch kurzfristig Beschäftigte und Minijobber umfasst, die bisher von den geltenden Regelungen ausgeschlossen sind.

Die Lohnerhöhungen sind bereits an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) gekoppelt, doch Verdi betont, dass finanzielle Engpässe der Verkehrsbetriebe nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen dürften. Nach dem Treffen kündigte die Gewerkschaft an, die Belegschaft über mögliche nächste Schritte zu informieren – Streiks bleiben demnach eine Option, sollte es keine Fortschritte geben.

Die Verhandlungen gehen nun in die zweite Runde, wobei beide Seiten unter Druck stehen, Kompromisse zu finden. Die Streikandrohung von Verdi unterstreicht die Dringlichkeit des Konflikts. Ziel bleibt ein 24-Monats-Rahmentarifvertrag, doch in zentralen Punkten wie Arbeitsbelastung und Bedingungen klaffen noch erhebliche Unterschiede.