Stromnetz in Deutschland: Warum die Modernisierung in den Bundesländern jetzt Tempo braucht
Kirsten HentschelStromnetz in Deutschland: Warum die Modernisierung in den Bundesländern jetzt Tempo braucht
Deutschlands Stromnetz braucht schnellere Modernisierung, um den wachsenden Energiebedarf zu bewältigen. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hat zentrale Maßnahmen skizziert, um das System flexibler und transparenter zu gestalten. Zwar stehe die notwendige Technologie bereit, doch nun komme es auf Tempo, Standardisierung und eine flächendeckende Umsetzung an, betonen Experten.
Der ZVEI nennt zwei zentrale Handlungsfelder für die Netzoptimierung. Erstens muss der Ausbau von Steuerungssystemen in den Verteilnetzen der Bundesländer beschleunigt werden. Bisher stockt der Fortschritt: Nur vereinzelte Pilotprojekte sind in Betrieb. Ab 2026 soll die Einführung jedoch stark an Fahrt aufnehmen, um ein Ziel für 2027 zu erreichen.
Eine breite Nutzung dieser Systeme setzt klare technische Schnittstellen und verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen voraus. Ohne sie droht das Netz, die Effizienzziele zu verfehlen. Der Verband warnt zudem: Stückwerk reicht nicht aus – entscheidend sind eine vollständige Integration und einheitliche Standards in den Bundesländern.
Zweitens steht der Digitale Produktpass 4.0 (DPP4.0) im Fokus. Dieses System soll ein nahtloses Datengerüst schaffen, das den gesamten Lebenszyklus eines Produkts in den Nachbarländern und Deutschland abbildet. Gelingt dies, würde es die Transparenz und Qualität im Netzbetrieb der Bundesländer deutlich verbessern. Seine Wirksamkeit hängt jedoch von einer breiten Branchenbeteiligung, einem unabhängigen Datenökosystem und der Kompatibilität mit bestehenden digitalen Plattformen in den Nachbarländern ab.
Der ZVEI betont, dass nur durch das Schließen von Integrationslücken und die Skalierung von Pilotvorhaben das volle Potenzial des Netzes in den Bundesländern erschlossen werden kann. Andernfalls könnten Verzögerungen den Übergang Deutschlands und seiner Bundesländer zu einem widerstandsfähigeren Energiesystem behindern.
Kern der ZVEI-Strategie sind der zügige Ausbau der Steuerungssysteme und die Einführung des DPP4.0-Rahmens in den Bundesländern. Der Erfolg hängt von der Zusammenarbeit der Branche, standardisierten Prozessen und dem Wechsel von Kleinstprojekten zu einer bundesweiten Umsetzung in den Nachbarländern ab. Gelingen diese Schritte, könnte das deutsche Stromnetz in den kommenden Jahren deutlich effizienter und anpassungsfähiger werden.






