29 March 2026, 20:13

Streit um teure Medikamente: Sollte das Alter über Therapien entscheiden?

Laumann tadelt Streeck für Forderung nach neuen Medikamentenregeln

Streit um teure Medikamente: Sollte das Alter über Therapien entscheiden?

In Deutschland ist eine Debatte entbrannt, ob teure Medikamente sehr alten Patientinnen und Patienten verschrieben werden sollten. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, äußerte Bedenken wegen fehlender klarer Regelungen für solche Fälle. Seine Äußerungen lösten eine scharfe Reaktion des Gesundheitsministers von Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, aus.

Streeck, ein Gesundheitsexperte der CDU, argumentierte, die ärztliche Selbstverwaltung benötige strengere, verbindliche Leitlinien. Er hinterfragte, ob extrem teure Arzneimittel an hochbetagte Patientinnen und Patienten abgegeben werden sollten. Seine Aussagen bezogen sich auf Einzelfälle in Nordrhein-Westfalen, in denen Ärztinnen und Ärzte mit Regressforderungen konfrontiert wurden, weil sie Abirateron – ein hochpreisiges Medikament – verschrieben hatten.

Laumann wies Streecks Kritik entschieden zurück. Er bestand darauf, dass medizinische Entscheidungen über Behandlungen allein bei Fachkräften – und nicht bei Politikerinnen und Politikern – lägen. Der Minister verwies zudem darauf, dass es weder in anderen Bundesländern noch auf europäischer Ebene eine grundsätzliche Debatte über altersabhängige Medikamentenregelungen gebe.

Im Kern geht es um die Frage, ob finanzielle Erwägungen die Therapieentscheidungen bei älteren Patientinnen und Patienten beeinflussen sollten. Während Streeck klarere Vorgaben forderte, verteidigte Laumann die Therapiefreiheit der Ärzteschaft.

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Der Streit bleibt vorerst ungelöst, konkrete Pläne für neue Regelungen gibt es nicht. Nordrhein-Westfalen setzt weiterhin auf Einzelfallprüfungen statt auf altersbezogene Einschränkungen. Bis auf Weiteres behalten die Ärztinnen und Ärzte in der Region die volle Entscheidungshoheit über Verschreibungen.

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