Streit um gelockerte Wolfsjagd: Was Schäfer und Naturschützer fordern
Kirsten HentschelStreit um gelockerte Wolfsjagd: Was Schäfer und Naturschützer fordern
Gelockerte Wolfsbejagung: Was Umweltschützer und Schäfer dazu sagen
Teaser: Bundesregierung lockert Wolfsabschuss: Neue Regeln wegen Gloria und Co. – wie NRW-Schäfer und Naturschützer reagieren.
17. Dezember 2025, 14:43 Uhr
Die Bundesregierung hat die Vorschriften für den Abschuss von Wölfen gelockert. Künftig dürfen Jäger Tiere, die Nutztiere bedrohen, ohne vorherige Genehmigung erlegen. Die Entscheidung, die Anfang 2025 bekannt gegeben wurde, folgt auf wiederholte Angriffe durch Wölfe wie Gloria, ein sogenanntes Problemwolf in Nordrhein-Westfalen. Naturschützer und Landwirte bleiben uneins über den besten Umgang mit der wachsenden Wolfspopulation.
Die Änderung erfolgte nach einer Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes durch Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Wölfe werden nun dem Jagdrecht unterstellt, was es lizenzierten Jägern erleichtert, als gefährlich eingestufte Tiere zu erlegen. Auslöser war unter anderem Gloria, eine Wölfin, die für mehrere Nutztierrisse verantwortlich ist – darunter ein ungewöhnlicher Vorfall, bei dem sie einem Schaf den Bauch aufriss, ohne es an der Kehle zu packen.
Die neuen Regeln sollen Nutztierverluste verringern, ohne die Wolfsbestände zu gefährden. Jäger können nun schneller gegen Problemwölfe vorgehen, doch Naturschützer warnen vor unbeabsichtigten Folgen. Die Regierung betont, dass Fördermittel für Herdenschutz weiterhin zur Verfügung stehen, doch die Debatte über den richtigen Weg dürfte anhalten.