Solingens Notfallseelsorge kämpft seit 25 Jahren gegen seelische Not – doch die Finanzierung wird zur Herausforderung
Kirsten HentschelSolingens Notfallseelsorge kämpft seit 25 Jahren gegen seelische Not – doch die Finanzierung wird zur Herausforderung
Solingens Notfallseelsorge bietet seit 1999 rund um die Uhr seelische Unterstützung
Seit 1999 leistet der Krisendienst Notfallseelsorge in Solingen "Erste Hilfe für die Seele" – eine psychologische Soforthilfe in akuten Notsituationen. Das Team arbeitet Hand in Hand mit den örtlichen Rettungskräften. Während über die genauen Umstände der Gründung, die Zahl der ehrenamtlichen Helfer:innen und deren Ausbildung nur wenig bekannt ist, geben aktuelle Finanzberichte Einblick in die Kostenstruktur und die Bemühungen um eine stabile Finanzierung.
Träger des Angebots ist die Evangelische Kirche in Solingen, unterstützt von der katholischen Kirche. Die Seelsorger:innen stehen Menschen aller Glaubensrichtungen – oder auch ohne religiösen Hintergrund – zur Seite. Im Jahr 2025 beliefen sich die Ausgaben auf fast 71.000 Euro. Eine Lücke im Haushalt musste durch Rücklagen geschlossen werden, die ursprünglich für die Ausbildung neuer Ehrenamtlicher vorgesehen waren. Allein die Schulung einer single Notfallseelsorgerin oder eines single Notfallseelsorgers kostet rund 3.000 Euro – ohne Ausrüstung, Koordination und Nachsorge nach Einsätzen.
Die Einnahmen lagen 2025 bei über 53.000 Euro, finanziert durch öffentliche Veranstaltungen, Vorträge in Service-Clubs und Kirchenkollekten. Erstmals flossen zudem Gelder aus einer gerichtlich verhängten Geldauflage in die Kassen des Vereins. Trotz dieser Quellen setzt der Vorstand nun auf die Gewinnung weiterer Unternehmensspenden und den Ausbau der Mitgliederbasis.
Feuerwehrchef Sebastian Wagner lobte die schnelle Einsatzbereitschaft der Seelsorger:innen bei Großschadenslagen. Vereinsvorsitzender Kunze mahnte unterdessen zur Geduld: Der Aufbau des Dienstes sei ein langfristiger Prozess.
Die Notfallseelsorge Solingen bleibt auf Gemeinschaftsunterstützung und solides Finanzmanagement angewiesen. Angesichts steigender Ausbildungskosten und wachsender operativer Anforderungen bleibt die Sicherung zusätzlicher Mittel eine centrale Herausforderung. Doch die Arbeit des Teams bleibt unverzichtbar – für all jene, die plötzlich mit Trauma oder Verlust konfrontiert sind.






